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Silvesterbräuche in Deutschland und Europa - Traditionen, Aberglaube, Kulinarisches


Wie feiern Sie in diesem Jahr Silvester? Haben Sie in Deutschland oder Europa eine Ferienwohnung für einen Kurzurlaub gebucht? Oder rutschen Sie in den eigenen vier Wänden in das neue Jahr? Den Silvesterabend verbringt man am liebsten mit der Familie und/oder Freunden – hinzu kommen auch einige Traditionen, die zur Feier in das neue Jahr gehören.

Viele der typischen Silvesterbräuche in Deutschland kennt man. Überrascht wird man trotzdem immer wieder von den vielfältigen regionalen Traditionen. Doch auch andere Länder in Europa haben spannende Bräuche zum Jahresausklang. Einige der interessantesten deutschen und europäischen Silvesterbräuche und Traditionen finden Sie hier:


Silvester in Deutschland

 

Vertriebene Geister und fliegende Pantoffeln – Viel Aberglaube zum Jahresende

 

Woran denkt man in Deutschland (und fast überall auf der Welt) zuerst beim Thema Silvester? Feuerwerk! Raketen, Knaller, Böller – Silvester ist der einzige Tag im Jahr an dem jeder, der alt genug ist, mit Feuerwerkskörpern das neue Jahr einläuten darf. Der alten Tradition nach wurde schon früher Krach und Lärm mit verschiedenen Gegenständen gemacht, um böse Geister zu abzuwehren.

Um den Unmut der Geister nicht unnötig auf sich zu lenken, sollte man zudem davon absehen, am Silvestertag Wäsche aufzuhängen. Die vertriebenen Geister könnten sich nämlich in der Wäsche verhängen. Im Gegenzug würden sie sich der Legende nach im folgenden Jahr rächen, indem sie einen geliebten Menschen mit in das Jenseits nehmen.

Unverheiratete aufgepasst: Heiratswillige Frauen werfen traditionell im Garten ihren linken Pantoffel über die rechte Schulter. Dieses, vermutlich aus Bayern stammende, alte Orakel wurde ursprünglich am Andreastag (30. November) gespielt. Wenn die Spitze des Pantoffels vom Haus weg zeigt, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Chancen auf eine Hochzeit im kommenden Jahr gut stehen. 

Fest steht in jedem Fall, dass die meisten Menschen gerne wissen möchten, was das neue Jahr mit sich bringt. Daher spielen Orakel am Silvesterabend eine große Rolle.
 

Bleigießen und Gummibärchen-Orakel - Ein Blick in die Zukunft?

Wie wird das kommende Jahr? Der Frage wollen viele – mehr oder weniger ernst gemeint - zum Ende des Jahres auf den Grund gehen. Das bekannteste Orakel ist das Bleigießen. In der Silvesternacht wird vielerorts Blei über einer Kerze zum Schmelzen gebracht. Das geschmolzene Blei wird anschießend zum Verhärten in ein Gefäß mit kaltem Wasser gegossen. Anhand der sich bildenden Figuren kann man dem Aberglauben nach sehen, was das kommende Jahr mit sich bringt.

Eine andere Variante, die besonders gut für Kinder geeignet ist, bietet das Gummibärchen-Orakel. Hier zieht man mit geschlossenen Augen fünf Gummibären aus einer Tüte. Je nach Anteil der jeweiligen Farben unter den fünf Gummibären lassen sich Aussagen über die Zukunft treffen.

 

Andere nehmen ihr Glück und das ihrer Liebsten selbst in die Hand: Besonders zu Silvester werden viele glückbringende Gegenstände verschenkt. Typische Glücksbringer sind das vierblättrige Kleeblatt, Schornsteinfeger oder die Schweinchenfigur aus Marzipan. Das Schwein stand schon bei den germanischen Völkern für Wohlstand und Reichtum.

Erbsen, Linsen, Karpfen - Kulinarisches zu Silvester und Neujahr

Vielfach besteht der Aberglaube, dass man in der Silvesternacht oder an Neujahr Erbsenbrei oder Linsen essen soll. Dabei sollte man frei nach der Devise "Je mehr desto besser" vorgehen, da die Hülsenfrüchte für Geldsegen stehen.

Für eine große Portion Glück im kommenden Jahr soll auch Schweinefleisch sorgen. Ein Gericht sollte am Silvesterabend jedoch nicht auf dem Menü stehen: Geflügel. Das Glück fliegt dann angeblich davon.

Andere schwören für das Glück im neuen Jahr auf den traditionellen Silvesterkarpfen. Wenn man eine Schuppe des Karpfens in seinen Geldbeutel steckt, soll man für das kommende Jahr mit Geld und Glück gesegnet sein. Zum Nachtisch sind vielerorts - und besonders in Norddeutschland - mit Marmelade gefüllte Berliner (auch Pfannkuchen genannt) üblich. Auch hier gibt es in manchen Regionen eine Art Orakel: einer der Berliner ist mit Senf anstatt mit Marmelade gefüllt, wer diesen erwischt hat im nächsten Jahr nicht so viel Glück.
 

Um die gute Stimmung anzuheizen, wird oft in gemütlicher Runde Feuerzangenbowle gemacht. Feuerzangenbowle besteht aus trockenem Rotwein, Gewürznelken, Zimtstangen, Sternanis, Zitronen- und Orangenschalen und nach Belieben zusätzlich einem regionalen Likör. Anschließend wird ein mit Rum beträufelter Zuckerhut über der Bowle verbrannt.
 

Kuriose Traditionen - In manchen Regionen feiert man Silvester anders

Zusätzlich gibt es in einigen Regionen Deutschlands individuelle Traditionen und Veranstaltungen:
 

Rummelpottlaufen (Schleswig-Holstein, Nordseeküste) Rummelpottlaufen ist vor allem in Schleswig-Holstein und an der gesamten Nordseeküste verbreitet. Hier gehen am Silvesterabend verkleidete Kinder mit einem Rummelpott von Tür zu Tür, die typische Lieder singen oder Reime aufsagen. Der traditionelle Rummelpott ist ein Tontopf, aus dessen Öffnung ein Schilfrohr ragt. Heutzutage werden aber häufig auch andere Gefäße genutzt, um Lärm zu erzeugen.
 

Maskenlauf (Sylt-Ost) In den Dörfern von Sylt-Ost findet traditionell der Maskenlauf statt. Dort ziehen mit Masken verkleidete Gruppen von Erwachsenen und Kindern von Tür zu Tür. Dabei tragen sie, mit Liedern und Gedichten in friesischer Sprache, eine Art lokalen Jahresrückblick vor. Die Belohnung für Groß und Klein sind dann entweder Süßigkeiten oder ein Glas Schnaps. Etwa 60 Maskenläufer waren in den vergangenen Jahren unterwegs.

 

Neujahrsbaden (Nordsee und Ostsee) Den Neujahrstag nach einer durchfeierten Nacht im Bett verbringen? An vielen Orten an Nord-und Ostsee lässt sich der Silvester-Kater beim traditionellen Neujahrsbaden vertreiben. Für den zusätzlichen Spaßfaktor entscheiden sich einige auch dafür mit einem lustigen Kostüm in das Meer zu steigen statt im typischen Badeoutfit.

Das Neujahrsbaden findet an vielen Orten an der Nord- und Ostsee statt: An der Nordsee z.B. in Wenningstedt auf Sylt, in Wyk auf Föhr und in Büsum. An der Ostsee können Leute gemeinschaftlich z.B. in Boltenhagen in das kühle Nass springen.


Silvesterbräuche in Europa

Die deutschen Silvester- und Neujahrsbräuche kennen Sie schon alle? Wie wäre es mit einem Blick zu unseren europäischen Nachbarn? Eventuell verbringen Sie einen Urlaub in einer Ferienwohnung in Spanien, Italien oder Österreich? Allerdings sind bestimmt einige für uns kuriose Bräuche auch für Feiernde daheim interessant. Vielleicht übernehmen Sie auch einen der Bräuche und feiern Silvester und Neujahr einmal wie die Italiener, Tschechen oder Dänen?
 

Silvester in Dänemark – Dänen springen vom Stuhl in das neue Jahr

In Dänemark bringt es Glück, um Mitternacht beim letzten Glockenschlag von einem Stuhl in das neue Jahr zu springen. Traditionell wird zuerst um 18 Uhr der Ansprache der Königin gelauscht. Nach den royalen Worten steht das traditionelle Silvesteressen an: Stockfisch oder Dorsch mit Kartoffeln. Typischerweise wird dazu Aquavit gereicht. Aquavit ist ein mit Kümmel aromatisierter Branntwein. Außerdem tragen Dänen oft am Silvesterabend einen Faschingshut.
 

Silvester in Österreich – Im Dreivierteltakt in das neue Jahr

Die Österreicher tanzen in das neue Jahr. Besonders in Wien hat der der Neujahrswalzer Tradition. Im Wohnzimmer, zwischen Böllern auf der Straße oder auch in Discotheken ändert sich die Musik und die Österreicher schreiten im Dreivierteltakt in das neue Jahr. Aus Wien wird zudem berichtet, dass selbst in der Schnellbahn der Donauwalzer über den Lautsprecher erklingt.
 

Silvester in der Schweiz – Musikalisches Einläuten des neuen Jahres

Rheinfelden in der Schweiz Am Silvesterabend um 21 Uhr versammeln sich die Sebastiani-Brüder zum Brunnen-Singen. Dieser spezielle Brauch geht auf ein Versprechen von zwölf Männern aus dem Jahre 1541 zurück. Damals ging die Pest umher und kostete viele Menschenleben. Man hatte angenommen, dass die Pest durch verseuchtes Wasser auftrat. So entschied man sich am Brunnen zu singen, in der Hoffnung, die Stadt künftig vor der Krankheit zu bewahren.

Winterthur In einer anderen Schweizer Stadt, in Winterthur, wird das neue Jahr nach alten Traditionen ebenfalls auf musikalische Weise begrüßt. Ab 23.45 Uhr erklingt in der Silvesternacht vom hohen Nordturm der Stadtkirche besinnliche Bläsermusik, bevor um 0 Uhr dann die Glocken läuten. Glockenläuten als Silvesterbrauch entstand bereits im 16. Jahrhundert mit dem Ein- und Ausläuten des Tages durch die Turmwächter.
 

Silvester in Italien – rote Unterwäsche & Geschirr aus dem Fenster werfen

In Italien gilt es als Glücksbringer, in der Silvesternacht rote Unterwäsche zu tragen. Außerdem schadet ein Blick nach oben nicht, falls Sie Silvester in Italien verbringen möchten: Einige Italiener schwören für eine große Portion Glück im neuen Jahr darauf nach Mitternacht Geschirr und Gläser aus ihren Fenstern zu werfen.
 

Silvester in Spanien – mit 12 Weintrauben für 12 Glockenschläge in das neue Jahr

In Spanien nehmen die Leute an einem traditionellen Mitternachtsritual teil: Wenn die Uhr 12 schlägt, isst man in Spanien mit jedem Glockenschlag eine von insgesamt 12 Weintrauben. Dies soll Glück für das neue Jahr bringen. Bei jeder Weintraube darf man sich etwas wünschen. Sich verzählen, verschlucken oder bei all den Wünschen durcheinander kommen, könnte allerdings für Unglück im nächsten Jahr stehen.
 

Silvester in der Tschechischen Republik – Apfelorakel

Kurz nach Mitternacht halbiert man in Tschechien einen Apfel. Die Form des Kerngehäuses soll einem etwas über das nächste Jahr verraten. Während die Sternform Glück bedeutet, steht das Kreuz für Unheil.