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Ein Streifzug durch das UNESCO-Welterbe in Dänemark

Für viele ist der Urlaub in Dänemark mittlerweile ein bisschen wie nach Hause fahren – nach einer langen Fahrt taucht es zwischen den Dünen am Ende des Feldweges endlich vor uns auf, das liebevoll skandinavisch eingerichtete Ferienhaus mit Holzfassade mitten im Paradies. Das ist die Seite unseres Nachbarlandes, die wir ins Herz geschlossen haben. Doch das ist noch lange nicht alles, was Dänemark zu bieten hat.

Insgesamt hat das Land stolze acht von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnete Stätten, die sich auch langjährige Dänemark-Urlauber auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Bis auf den Ilulissat-Eisfjord, der an der Westküste Grönlands und somit tausende Kilometer vom Dänemark entfernt liegt, begegnen wir allen diesen aufregenden Orten, an denen die Geschichte des beliebten Urlaubslandes auf einmal zum Greifen nah und fast schon lebendig wird.


Das dänische Wattenmeer

© Wolfgang Sauber / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]
Wattenmeer gibt es nicht nur bei uns, sondern auch auf dänischer Seite und dafür müssen wir nicht mal weit fahren, denn es beginnt auf dänischer Seite praktisch direkt dort, wo das deutsche Wattenmeer aufhört. Seit 2014 gehört der Nationalpark Vadehavet, wie der dänische Teil des Wattenmeeres genannt wird, ebenfalls zum UNESCO-Weltnaturerbe und umfasst dabei neben den schier unendlichen Weiten des Watts auch die beliebten Inseln Rømø, Fanø und Mandø, die nördlich von Sylt an der Westküste des Landes liegen.

Neben der atemberaubenden Landschaft und der Naturidylle sind hier vor allem Sportler in ihrem Element: Egal ob Radfahren, Wandern oder Wassersport, hier kommt jeder auf seine Kosten. Darüber hinaus gibt es aber natürlich auch Sehenswürdigkeiten, wie das Fischerei- und Seefahrtsmuseum in Esbjerg, und kulturelle Besonderheiten, wie Ribe, die älteste Stadt Dänemarks, zu bestaunen.




Die Bürgergemeinde Christiansfeld

Etwa 75 Kilometer sind es von der Küste aus bis zu unserem nächsten Etappenziel und das liegt in Süderjütland zwischen Hadersleben und Kolding. Hier befindet sich die 1773 von der Herrnhuter Brüdergemeinde gegründete Planstadt Christiansfeld, die seit 2015 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Die Siedlung der pietistischen Glaubensbewegung verfügt über ein architektonisch geschlossenes Stadtbild mit geraden, im rechten Winkel angeordneten Straßen und ist bis heute eine der beliebtesten touristischen Sehenswürdigkeiten der Region.

Die Herrnhuter Häuser mit ihren typischen, hellen Ziegeln sind ebenso wie die Kirche des Ortes und einige andere charakteristisch schlicht gestaltete Bauwerke nach wie vor gut erhalten und prägen bis heute das einzigartige Stadtbild des kleinen Ortes.

Ein Besuch in Christiansfeld lohnt sich dabei übrigens nicht nur historisch betrachtet, sondern auch aufgrund der hier immer noch nach dem traditionellen Rezept hergestellten „Honningkager“. Als die Herrnhuter Siedler sich im 18. Jahrhunder hier niederließen, brachten sie das Rezept für die bei uns als Honigkuchen bekannte Leckerei aus ihrer alten Heimat mit. So werden in den Bäckereien in Christiansfeld noch heute Honigkuchen nach altem Rezept angeboten.


Die Runensteine in Jelling

Weiter geht es jetzt gen Norden, vorbei an Kolding und weiter ins Zentrum des Landes. Dort im urigen Örtchen Jelling findet sich ein einzigartiges Ensemble aus der Zeit der Wikinger, das im Jahre 1994 zum ersten Weltkulturerbe Dänemarks wurde. Zwei Hügelgräber und zwei Runensteine aus dem 10. Jahrhundert, die Überlieferungen zufolge aus der Gründungszeit Dänemarks stammen, machen Jelling zu einem besonderen Ort in der Geschichte des Landes.

Wer nach Jelling kommt, der spürt sofort die einzigartige Atmosphäre und es ist fast so, als ob das sagenumwobene Volk der furchteinflößenden Rotbärte hier immer noch lebt. Der raue Charme der Krieger, Eroberer und Seefahrer aus dem Norden ist hier allgegenwärtig und so zeugen die einst für einen Wikingerkönig und seine Frau angelegten Hügelgräber ebenso wie der Thyra- und der Haraldstein, die als Denkmal für das Königspaar gelten, bis heute von der geschichtsträchtigen Vergangenheit Dänemarks.


Die Steilküste Stevns Klint

Der nächste Stopp auf unserer Reise führt uns weit in den Osten von Dänemark. Wir überqueren die Insel Fünen, setzten über auf Seeland und fahren hier bis an die Südostküste der Insel. Hier erstreckt sich auf 15 Kilometern eine stellenweise bis zu 41 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Steilküste, die seit 2014 zum UNESCO Weltnaturerbe gehört. Auch wenn Stevns Klint aufgrund seines Fossilienreichtums vor allem für Hobbypaläontologen ein Paradies ist, so eignet es sich als faszinierendes Naturidyll gleichzeitig auch hervorragend zur Entschleunigung und für ausgedehnte Spaziergänge.

Den Weg zum Strand mit der beeindruckenden Kreidefelsen-Kulisse finden Besucher neben einer kleinen Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die eindrucksvoll den fortwährenden Kliffabtrag verdeutlicht und in der Vergangenheit bereits einen Chorraum an die Erosion verlor, bevor entsprechende Küstensicherungsmaßnahmen in Kraft traten.




Der Dom in Roskilde

In Roskilde, nur etwa 50 Kilometer nördlich von den Kreidefelsen an der Ostküste der Insel entfernt, finden wir einen einzigartigen gotischen Dom und mit ihm die nächste Welterbe-Stätte auf unserer Tour. Er gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke des ganzen Landes und dient bis heute als letzte Ruhestätte für das dänische Königshaus. Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut, trug der Roskilder Dom maßgeblich dazu bei, dass die Backsteingotik auch in Dänemark an Popularität gewann. Dabei ist der Dom nicht nur von außen und architektonisch betrachtet, sondern auch aufgrund seines faszinierenden Inneren unbedingt einen Ausflug wert. Hervorzuheben ist hier vor allem eine interessante Besonderheit des Gebäudes: Auf der sogenannten Königssäule ist die Körpergröße einiger europäischer Könige und Herrscher eingezeichnet. So lässt sich hier zum Beispiel bis heute erkennen, welch erstaunliche Größe Christian I. maß, der mit seinen 2,19 sogar den Zaren Peter den Großen überragte.




Die Parforcejagdlandschaft in Nordseeland

Unsere vorletzte Etappe führt uns vorbei an Kopenhagen und noch weiter in den Norden von Seeland, wo die historischen Jagdlandschaften Store Dyrehave, Gribskov und Jægersborg Dyrehave zu finden sind. Seit 2015 gehören diese drei Anlagen, die Ende des 17. Jahrhunderts nach dem Vorbild des französischen Versailles angelegt wurden, zum UNESCO Weltkulturerbe. Als eindrucksvolle Inszenierung der Macht des damaligen Königs dokumentieren sie dabei bis heute das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur: In Quadrate unterteilt, die sternförmig von schnurgeraden Waldwegen unterteilt werden, sind die Anlagen noch heute ein lebendiges Denkmal des Barockstils in Dänemark.

Aktuell informiert eine interessante Ausstellung im hiesigen Jagd- und Forstmuseum über die schönsten Strecken, lohnenswertesten Waldabschnitte und passende Wanderwege für Touristen und Einheimische. Wer also noch nach dem richtigen Ziel für den nächsten Wander- oder Natururlaub sucht, der sollte dieses Gebiet unbedingt in die engere Auswahl aufnehmen.


Das Schloss Kronborg

© Fiskfisk / Wikimedia Commons [öffentlich]
Zu guter Letzt führt uns der Weg nun noch ein kleines Stück weiter in den Norden der dänischen Insel Seeland nach Helsingør und somit zur schmalsten Stelle des Öresunds, wo Schweden praktisch schon in greifbarer Nähe liegt. Auf einer Landzunge findet sich hier ein sagenumwobenes Schloss, dass als sogenanntes „Hamletschloss“ bekannt wurde. Diesen Namen trägt die im 15. Jahrhundert entstandene Festung, da William Shakespeare sie sich als Schauplatz für seine Tragödie auswählte.

Seit 1816 anlässlich des 200. Todestages von Shakespeare wird sein Stück hier regelmäßig von unterschiedlichen Ensembles aus aller Welt aufgeführt. So kam es auch, dass 2009 hier der berühmte Schauspieler Jude Law, den viele aus Hollywood Blockbustern wie Sherlock Holmes oder auch Grand Budapest Hotel kennen, als Hamlet zu sehen war. Als eines der schönsten Renaissance-Schlösser ist Kronborg allerdings auch außerhalb der Aufführungszeiten einen Besuch wert und kann dank des hiesigen Museums auch besichtigt werden.


Wir sind am Ende unserer Dänemark-Rundreise angelangt und haben noch einen abschließenden guten Ratschlag für alle, die gerade feststellen, dass ein verlängertes Wochenende für diesen Trip nicht ausreichen wird: Die insgesamt zurückgelegte Strecke zwischen den Welterbe-Stätten beträgt circa 500 Kilometer. Um genug Zeit für die einzelnen Etappen zu haben, sollten Urlauber demnach mindestens eine Woche einplanen – oder einfach immer wieder nach Dänemark zurückkommen.