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Ammersee Reiseplanung

Sie möchten vor Ihrem Urlaub gerne mehr über die Region rund um den Ammersee erfahren? Dann werfen Sie doch einen Blick auf unsere Reiseinformationen. Hier bekommen Sie Informationen zu der Anreise mit dem Zug, aber auch zu den regionalen Besonderheiten der Region, wie der Sprache, den Bräuchen, regionalen Spezialitäten und den Trachten.

Ammersee Ufer
Ammersee Ufer
© N p holmes / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]
Herrsching am Ammersee - Kurparkschlössl
Herrsching am Ammersee - Kurparkschlössl
© Heribert Pohl / flickr [CC BY-SA 2.0]
Blick auf den Ammersee
Blick auf den Ammersee
© netsnake / Flickr [CC BY 2.0]

Anreise und Verkehr am Ammersee

Deutsche Bahn

Dießen, Herrsching, Utting und Raisting erreicht man bequem mit der Bahn von München oder Augsburg aus. Herrsching ist durch die Linie S8 der S-Bahn direkt mit München verbunden. Für Ausflüge in der Region bietet die Deutsche Bahn verschiedene Sparangebote an. Mit dem Werdenfels-Ticket können Sie ab 11 Euro das Werdenfelser Land zwischen Tutzing und Mittenfeld entdecken. Nutzen Sie Busse und Nahverkehrszüge der Region bis Garmisch-Partenkirchen. Das Bayern-Ticket gilt für einen Tag in allen Nahverkehrszügen in Bayern.  

Bayerische Regiobahn (BRB)

Die Ammerseebahn verkehrt zwischen Augsburg, Schongau und Eichstätt. Los geht es in Mering, in der Nähe von Augsburg, durch das Paartal Richtung Geltendorf. Dann führt die Strecke vorbei an der Erzabtei St. Ottilien, Utting und Dießen und endet in Weilheim/Obb. Oft geht es sehr nah am Ammersee entlang, jedoch hat man durch Büsche und Bäume keinen freien Blick auf den See. Ab Dießen fährt man durch das Ammermoos und kann bereits die bayerischen Alpen bestaunen.



Lebensart am Ammersee

Der Dialekt am Ammersee

Am Ammersee wird bayerisch gesprochen - richtig, der Dialekt lässt sich jedoch weiter eingrenzen und zählt zu den schwäbisch-alemannischen Mundarten. Im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben überwiegt dieser Dialekt. Der Sprachraum erstreckt sich von Dinkelsbühl nach Osten, weiter bis Donauwörth und folgt dem Flusslauf des Lech bis Augsburg und zieht sich zwischen Lech, Ammersee und Ammergebirge in Richtung Süden. In den Dörfern rund um den Ammersee ist der Dialekt deutlich spürbar. Nicht unbemerkt bleibt jedoch auch eine aus dem nahen München Einfluss nehmende "Bajuwarisierung" der Mundart. Alle Dialekte, die auf der Alpennordseite entlang der Flüsse Donau und Isar gesprochen werden, werden als Mittelbairische Dialekte bezeichnet. Ein Merkmal dieser Dialektgruppe ist eine Vokalisierung von l und r nach e oder i. Ein Blick ins Wörterbuch fördert allerlei Kurioses zutage. Ist zum Beispiel jemand "Stermvoidreeg" dann könnte man ihn ebenso als sternhagelvoll bezeichnen. Ist am Ammersee ein "Häusleschleicher" unterwegs, dann dürfte es sich um einen auf seine eigenen Vorteile bedachten Schöntuer handeln. Kann jemand nicht stillsitzen, kann er am Ammersee leicht als "Riwanzen" betitelt werden. Beinahe ausgestorben zu sein scheint am Ammersee der Lechrainer Dialekt. Dieser alte Bauerndialekt vermischte Schwäbisch und Bayerisch zu einem eigenständigen Dialekt, der im Lech- und Ammerseegebiet gesprochen wurde und sich teilweise bis nach Tirol erstreckte.

Gallnen - längst verhallter Ruf der Heimat
Wer erinnert sich in Zeiten von Handy und Internet noch an die Zeit, als die Verständigung auf den Hochalmen ein Problem darstellte und erfinderisch machte? Einige ältere Sennerinnen haben die Zeiten noch gut im Gedächtnis, wenn sie den Sommer auf den Almen rund um den Ammersee verbrachten und auf Grund fehlender Straßenverbindungen dabei vollkommen auf sich selbst gestellt waren. Umso dankbarer waren sie, mit dem Gallnen eine Verständigungsmöglichkeit gefunden zu haben. Wenn also am Ammersee ein Jodler zu hören war, dann handelte es sich nicht um eine musikalische Einlage, sondern man wurde Zeuge eines ausgeklügelten Nachrichtensystems, welches über Jahrhunderte perfekt funktionierte. Seit Ende des 18. Jahrhunderts bediente man sich nachweislich auf den Almen dieser Verständigungsmethode. Beim Gallnen ist zunächst ein lang gezogener Jodler zu hören. Dieser schallt bis zu 400 Meter weit, bei günstigen Winden kann der Jodler auch noch weiter zu hören sein. Dem Jodler schließen sich Kurztexte an, die eine bestimmte Nachricht enthalten. Musikwissenschaftler haben die Jodler vom Ammersee erforscht und sie als Wiege des alpinen Jodlers betitelt. Seit etwa 20 Jahren ist es still geworden auf den Almen. Mit der Einführung des Mobiltelefons ging ein Stück Tradition verloren. Die SMS hat das Gallnen abgelöst und die Jodler sind nur noch vereinzelt in den Heimatstuben und Almhütten zu hören.

Essen und Trinken am Ammersee

In den Töpfen und Pfannen der Restaurants am Ammersee wird regionalen Gerichten ein hoher Stellenwert eingeräumt. Der See und die umliegenden Äcker und Weiden liefern hervorragende Zutaten für die deftige und herzhafte oberbayerische Küche. Mit Mehlspeisen und Nudelgerichten bleibt man vielerorts bodenständig. Die Bauern am Ammersee haben sich von moderner Gentechnik abgewandt und schwören auf die Kartoffel- und Getreidesorten ihrer Vorfahren. Weithin geschätzt wird das unweit des Kloster Andechs reifende besonders harte Weizenkorn, welches selbst nach Italien exportiert wird. Mit Fischen aus dem Ammersee, Obst und Gemüse der heimischen Bauern und Bier aus den umliegenden Klosterbrauereien ist der Tisch reich gedeckt und die Urlauber sind eingeladen, zuzugreifen.

Die beliebtesten Gerichte am Ammersee
Der Mittagstisch wird am Ammersee mit einer deftigen Suppe eröffnet. Typisch für die bayerischen "Supp`n" sind Einlagen, wie Leberködel, Grießnockerl oder aus dünnen Eierkuchen geschnittene Streifen. Beim Hauptgang darf Fleisch nicht fehlen. Neben dem klassischen Schweinsbraten und der Schweinshaxe wird am Ammersee auch Lammbraten oder Wild serviert. Probieren sollte man auch das "Bürgermeisterstückl". Dieses zarte Rindfleisch wird bevorzugt mit Meerrettich gereicht. Forellen und Saiblinge aus regionalen Fischzuchten bereichern ebenfalls die Ammerseeküche. Zur Nachspeise wird häufig Käse angeboten. Im Kloster Andechs werden Käsespezialitäten nach überlieferten Rezepten hergestellt. Naschkatzen werden auch die sahnigen Cremes und Soufflés lieben, welche auf der Grundlage der heimischen Molkereiprodukte entstehen. Nachspeisen werden mit den Früchten der Obstgärten rund um den Ammersee verfeinert. Ein deftiges Essen am Ammersee wird von einem süffigen Weißbier begleitet. Auch auf dunkles Malzbier verstehen sich die heimischen Brauereien. Für einen extra Vitaminschub sorgen frisch gepresste Obstsäfte aus dem reichen Naturgarten Ammersee.

Traditionelle Kleidung am Ammersee

Heimatverbundenheit wird in der Ammerseeregion häufig durch die Tracht bekundet. Die Region gilt als Wiege der Trachtenbewegung und bis heute sind in weiten Teilen Bayerns zahlreiche Heimat- und Trachtenvereine aktiv, um die Tracht nach historischen Vorbildern der Mode von heute anzupassen. Am Ammersee wird zu festlichen Anlässen häufig die Miesbacher Tracht getragen. Die Tracht entstand um 1900 in der Gegend um Miesbach und wird bis heute in ganz Bayern, vorwiegend jedoch in der Münchner Umgebung und im bayerischen Oberland getragen. Die Männer tragen ein weißes Leinenhemd mit Seidenkrawatte zu den typischen Lederhosen. Diese können sehr unterschiedlich gearbeitet sein. Die dunklen Joppen besitzen ein gestreiftes Seidenfutter. Typisch ist der melonenförmige Hut, verziert mit Federn, Gamsbärten und anderen Jagdtrophäen. Die Wollsocken reichen bis zum Knie und besitzen dunkelgrüne Umschläge. Die schwarzen Lederschuhe kennzeichnet ein hoher Absatz, der mit einem Eisenbeschlag versehen ist. Die Joppe kann mit Broschen oder Nadeln verziert werden. Teil der Miesbacher Tracht ist auch eine silberne Taschenuhr. Die Frau trägt Dirndl mit weißer Bluse und Schürze. Rock und Mieder sind meist weinrot oder blau. Weiße Seidenstrümpfe und schwarze Lederschuhe machen die Tracht komplett. Wichtigstes Schmuckstück der Miesbacher Tracht ist eine etwa vier Meter lange Kette, behängt mit Talern, die am Mieder befestigt wird und Geschnür genannt wird.