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Stralsund Sehenswürdigkeiten

In Stralsund gibt es viel zu entdecken! Dazu gehört vor allem die Architektur im Stile der norddeutschen Backsteingotik wie das Rathaus oder die Nikolaikirche. Durch die Nähe zur Ostsee stehen hier jedoch auch interessante Ausstellungen rund um das Thema "Meer" zur Besichtigung bereit. Einen Besuch im Ozeaneum oder im Deutschen Meeresmuseum sollte man sich bei einem Urlaub in Stralsund nicht entgehen lassen.

Gorch Fock I in Stralsund
Gorch Fock I in Stralsund
© Steffen Zahn / flickr [CC BY 2.0]
Blick auf den Hafen von Stralsund
Blick auf den Hafen von Stralsund
© Martin Hey / Flickr [CC BY 2.0]

Highlights von Stralsund

Hansedom

Der Hansedom ist die erste Adresse für aktive Erholung und Wellness in Stralsund. Als Freizeitpark und Badeparadies ist die Einrichtung zu jeder Jahreszeit eine der beliebtesten Besucherattraktionen der Hansestadt. In der Seestern-Therme erwartet Besucher eine subtropische Badelandschaft. Urlauber können durch den Wildwasserkanal schwimmen oder in Strandkörben relaxen. Der beheizte Außenpool macht Outdoor-Aktivitäten zu jeder Jahreszeit möglich. Die Kinder erobern die Schatzinsel und toben mit den Eltern im Wellenbad. Für Entspannung ist in der orientalischen Saunalandschaft gesorgt. Im Hansedom steht ein maurisches Badehaus bereit. Weiterhin können Urlauber eine traditionelle Hamamzeremonie miterleben. Im Fitnessstudio Fit and Funny werden zahlreiche Kurse angeboten. Das mehrfach prämierte Studio im Hansedom setzt auf gesundheitsfördernde Angebot wie Aqua-Jogging, Rückengymnastik oder Nordic-Walking. Auf drei Frei- und Hallenplätzen kann man seine Kräfte bei Squash, Tennis oder Badminton messen. Mutige erklimmen im Hansedom die Kletterwand. Sportliche Betätigung macht hungrig. In drei Restaurants können sich Besucher kulinarisch verwöhnen lassen. Bei Käpt`n Nielson wird der kleine Hunger schnell gestillt. Für Kinder steht ein Spielschiff bereit. Anspruchsvolle Gäste besuchen das Restaurant Vineta, wo gesunde Vitalkost und Maritimes gereicht werden. Für Kontraste sorgt die orientalische Spa-Bar Marrakesch.

Gorch Fock I

Auf der Gorch Fock I lässt sich wahre Seefahrerromantik erleben. Der Traditionssegler liegt an der Fährbrücke von Stralsund vor Anker. Die Gorch Fock I lief im Mai 1933 in Hamburg vom Stapel. Der Bau wurde von der Reichsmarine in Auftrag gegeben und wurde nach dem Untergang des Segelschulschiffes Niobe im Vorjahr notwendig. In den letzten Kriegstagen wurde das Schiff im Strelasund versenkt. 1947 erfolgten die Bergung und Instandsetzung des Seglers. 1951 steuerte die "Towarischtsch" ihren neuen ukrainischen Heimathafen in Kherson an. Zurück in Stralsund wurde der Segler umfassend restauriert und seit dem Jahre 2003 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Bordmuseum der Gorch Fock I macht Besucher mit der Historie des Schiffes vertraut. Urlauber werden die Unterkünfte der Matrosen und den Kapitänssalon besichtigen können und viel Wissenswertes über die Technik an Bord erfahren. Das 82 Meter lange Schiff besitzt 23 Segel und wird von einem 1.600 Kilogramm schweren Anker im Hafenbecken von Stralsund gehalten. Die Gorch Fock I lässt sich für Veranstaltungen mieten. Bis zu 500 Personen können an Bord unvergessliche Events erleben. Weiterhin ist es möglich, auf dem Segler den Bund fürs Leben zu schließen. In den Sommermonaten können Urlauber auf der Gorch Fock lernen, richtig Segel zu setzen.

Zoo Stralsund

Der Zoo Stralsund ist der größte Zoo in Vorpommern. Insgesamt ca. 900 Tiere, angefangen von Löwen über Bären bis hin zu Afrikanischen Zwergziegen, gibt es hier für Jung und Alt zu erkunden. Schon von weitem lässt sich die historische Holländische Windmühle erkennen, die sich im Zentrum des Haustierbereiches erhebt. Während die exotischen Tiere wie Schimpansen oder Kängurus in Gehegen mit dem passenden tropischen Ambiente beherbergt sind, finden in diesem Abschnitt des Parks Hühner, Enten und Gänse ihr Zuhause. Esel und Pferde grasen hier ebenfalls auf einer Wiese und komplettieren den Einblick in das Treiben auf einem Bauernhof. Ein besonderes Erlebnis für die kleinen Besucher liefert außerdem das Streichelgehege mit seinen Afrikanischen Zwergziegen. Neben dem tierischen Spaß bietet der Zoo Stralsund auch Naturfreunden das passende Programm. Die hauseigene Gärtnerei beherbergt große Staudenquartiere und Parkgehölze. Je nach Jahreszeit finden sich hier verschiedene Pflanzenarten, die den Tierpark als Teil einer bunten Pflanzenwelt bereichern. Erholung auf einem Rundgang bringen die vielen Sitzgelegenheiten an den Wegen. Das Bistro "Delikater" lädt die älteren Besucher zu einem Stück Kuchen ein, während sich die Kinder auf dem Abenteuerspielplatz austoben können. Der Zoo Stralsund ist ein weitläufiger, liebevoll angelegter Tier- und Naturpark. Unweit von der Altstadt Stralsunds entfernt, lohnt sich ein Besuch für Kinder wie Erwachsene.

Großes Haus Stralsund

Das Große Haus Stralsund am Olof-Palme-Platz ist die Hauptspielstätte in der Hansestadt Stralsund. Das Theater bietet die volle Bandbreite an Inszenierungsformen. Auf dem Spielplan stehen neben Musiktheatern, Opern, Musicals und Operetten gleichsam auch Dramen, Ballette, Konzerte und Gastspiele. Seit 1912 durchlebte das Theater am Olof-Palme-Platz eine bewegende Geschichte, musste während der beiden Weltkriege immer wieder zeitweise geschlossen werden und wurde 1968 nach dem Vorbild der Leipziger Oper umgebaut, zuungunsten der ursprünglichen Architektur. Denn die markanten Jugendstilverzierungen mussten der neuen Inneneinrichtung im Zuge der Modernisierung weichen. Im Rahmen der Komplett-Renovierung zwischen 2005 und 2008 wurde das Theater schließlich wieder an seinen Urzustand angeglichen und mit der modernsten Technik ausgestattet, um das Theater auch für zeitgenössische Inszenierungen zugänglich zu machen. Mit der Galapremiere von Beethovens Freiheitsoper "Fidelio" eröffnete das Theater am 1. März 2008 erneut. Unter den Gästen fand sich dabei auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zusammen mit dem Theater Greifswald und Putbus gehört das Theater Stralsund aktuell zum Verbund der Theater Vorpommern. Die Gesellschaft verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. In der aktuellen Spielzeit stehen u.a. Philharmonische Konzerte, das Ballett "Sunset Boulevard" und die Oper "Die Hochzeit des Figaro" auf dem Programm. Anfang Oktober ist die Spielzeit offiziell eröffnet.



Spannende Museen in Stralsund

Ozeaneum

Das Naturkundemuseum Ozeaneum ist Teil der Stiftung Deutsches Meeresmuseum. Der Neubau auf der Stralsunder Hafeninsel entstand nach Plänen eines Stuttgarter Architekturbüros. Der moderne Bau umfasst vier Gebäudeteile und symbolisiert Steine, welche vom Wasser umspült werden. Im Jahre 2008 konnte das Ozeaneum der Öffentlichkeit übergeben werden. Auf einer Gesamtfläche von 8.700 Quadratmetern werden 39 Aquarien präsentiert. Besucher werden mit Flundern, Stören, Dorschen, Haien, Hummern, Raubfischen und anderen Meeresbewohnern auf Tuchfühlung gehen können. Attraktion der Einrichtung ist das mit 2.600 Kubikmetern größte Aquarium Deutschlands. Im Ozeaneum sind vielfältige Ausstellungen zu finden. In der Ausstellung “Weltmeer-Vielfalt des Lebens” wird der Artenreichtum in der Ostsee dokumentiert. Zahlreiche Besucher aus Nah und Fern zieht die größte Ostsee-Ausstellung Europas in ihren Bann. Besonders Kinder begeistert die “1:1 Reise der Meere”. Lebensgroße Modelle von Pottwal oder Blauwal bieten einen eindrucksvollen Anblick. In Multimedia-Vorträgen werden die riesigen Meeresbewohner näher vorgestellt. Auf der Dachterrasse des Ozeaneums tummeln sich Humboldt-Pinguine in einer rundum begehbaren Anlage. Ein gemütliches Familienrestaurant rundet das Angebot des Ausstellungskomplexes ab.

Deutsches Meeresmuseum

Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund gilt als das meist besuchte Museum in Norddeutschland. Gezeigt werden umfangreiche maritime und meereskundliche Sammlungen. Die Ausstellung wurde 1951 als Naturkundemuseum gegründet und seither ständig vergrößert. Das Haupthaus ist in der Halle der einstigen Katharinenkirche untergebracht. Die Sammlung umfasst Exponate zur Flora und Fauna im Ostseeraum, eine Dokumentation des Umwelt- und Meeresschutzes sowie umfangreiche Präsentationen lebender Meerestiere. Dem Deutschen Meeresmuseum angeschlossen sind das im Jahre 2008 auf der Stralsunder Hafeninsel eröffnete Ozeaneum, das Nautineum auf Dänholm und das Natureum auf dem Darß. Das Deutsche Meeresmuseum betreten Urlauber über den Vorplatz, wo ein historischer Fischkutter besichtigt werden kann. Das Museum wird jährlich von etwa 600.000 Menschen besucht und nicht selten herrscht auf dem Vorplatz dichtes Gedränge. Die Ausstellungshalle im Kirchengebäude umfasst drei Etagen. Die Ostseeausstellung ist im Mittelbau untergebracht. Im Keller laden Aquarien zur Besichtigung ein. Für das Meeresschildkrötenaquarium wurde ein Neubau errichtet. Der Museumsshop rundet das Angebot der Einrichtung ab. Das Deutsche Meeresmuseum hat täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Im Winterhalbjahr wird eine Stunde früher geschlossen. Erwachsene zahlen neun Euro Eintritt. Kinder bis drei Jahre können das Museum gratis besuchen. Auch für jedes zweite Kind bis 16 Jahre kostet das Ticket nichts.

Kulturhistorisches Museum

Das Kulturhistorische Museum ist das älteste Museum Mecklenburg-Vorpommerns. Die Ausstellung ging aus dem 1858 gegründeten Provinzialmuseum für Neuvorpommern und Rügen hervor. Seit 1924 sind die Exponate im ehemaligen Klausurgebäude und dem Kreuzgang des Stralsunder Klosters untergebracht. Den Grundstein der Sammlung bilden die Kunstwerke, welche der schwedische Generalgouverneur Axel Graf von Löwen der Stadt vermachte. Als Kulturhistorisches Museum wird die Stralsunder Sammlung allen Ansprüchen gerecht und ständig erweitert und ergänzt. Im Kulturhistorischen Museum werden Zeugnisse der Besiedlung Stralsunds vom 8. Jahrhundert v. Chr. gezeigt. Besucher erfahren viel Wissenswertes über die Stadtgeschichte. Anhand bürgerlicher Wohnkultur werden die Lebensbedingungen der Menschen unterschiedlicher Schichten verdeutlicht. Aus den Kirchen der Region wurde sakrale Kunst des Mittelalters zusammen getragen. Zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken zählt der “Hiddenseer Goldschmuck” aus dem 10. Jahrhundert. Die Schmuckstücke wurden vor der Küste Hiddensees gefunden. Im Jahre 1993 konnte auf dem Stadtgebiet ein mittelalterlicher Glasbecher ausgegraben werden, welcher ebenfalls die Sammlung des Kulturhistorischen Museums bereichert. Weitere Ausstellungsorte der Einrichtung befinden sich im Museumshaus an der Mönchstraße, wo Wohnkultur präsentiert wird, sowie im Speicher an der Böttcherstraße. Hier sind volkskundliche Exponate und Spielzeug zu sehen.



Ozeanum in Stralsund
Ozeanum in Stralsund
© Thomas Kohler / flickr [CC BY 2.0]
Blick über Stralsund
Blick über Stralsund
© @readactor / flickr [CC BY 2.0]
Rathaus von Stralsund
Rathaus von Stralsund
© Darkone / Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.5]

Bedeutende Bauwerke in Stralsund

Rathaus Stralsund

Das Rathaus am Alten Markt ist das Wahrzeichen Stralsunds. Der gotische Bau zählt zu den schönsten Gebäuden norddeutscher Backsteinarchitektur. Mit dem Bau des Stralsunder Rathauses wurde im 13. Jahrhundert begonnen. Zunächst diente der vierflügelige Bau als Kaufhof. Im Erdgeschoss befanden sich einst etwa 40 Geschäfte. Der Dachboden und die Kellerräume dienten als Lagerstätte für die verkauften Waren. Mitte des 14. Jahrhunderts wurde der Bau seiner künftigen Funktion als Rathaus gerecht und um Sitzungsräume für den Stadtrat und einen Saal erweitert. Zum Alten Markt hin ergänzte man das Gebäude um die noch heute zu bewundernde Schaufassade. Die Sitzungsräume des Rathauses waren bis zum 16. Jahrhundert nur über eine Wendeltreppe erreichbar. Im 18. Jahrhundert wurde die Westseite des Gebäudes barock umgestaltet. Die mit reichem Figurenschmuck versehene Schaufassade wurde im Rahmen dieser Arbeiten verputzt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Rathaus in seinen ursprünglichen Zustand versetzt und die prächtige Fassade wiederhergestellt. Im Löwenschen Saal befand sich einst das Provinzialmuseum, welches die Grundlage für die Sammlungen des Kulturhistorischen Museums lieferte. Einst besaß das Rathaus einen Weinkeller und eine Galerie. Die Laubengänge zeugen von der ursprünglichen Funktion als Kaufhof. Entlang des Buttergangs lässt sich die nahe Nikolaikirche erreichen. Im Gebäude sind heute die Stadtverwaltung und das Standesamt Stralsunds untergebracht.

Nikolaikirche

Östlich des Stralsunder Rathauses erhebt sich die Nikolaikirche, das älteste Gotteshaus der Hansestadt. Benannt wurde der Sakralbau nach Nikolaus von Myra, dem Schutzheiligen der Seefahrer. Das Gebäude entstand zwischen 1270 und 1350. Der Haupteingang lässt sich durch den Buttergang erreichen, welcher die Kirche mit dem Stralsunder Rathaus verbindet. Die Nikolaikirche verfügt über eine Gesamtlänge von 87 Metern. Der Südturm ragt 103 Meter in den Himmel. Die Ausstattung des Gotteshauses spannt einen Bogen von der Gotik bis zum Barock. 1525 wurden zahlreiche Kunstwerke durch Plünderer zerstört. Zahlreiche gotische Elemente wurden in der Folgezeit durch Arbeiten im Barock-Stil ersetzt. Die Nikolaikirche verfügt über sehenswerte Ausmalungen, welche sich hervorragend erhalten haben. Anfang des 18. Jahrhunderts wurden die Kunstwerke weiß übermalt. Die Wiederherstellung der farbigen Darstellungen erfolgte Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Bild im Inneren der Nikolaikirche wird von dem zwölf Meter hohen Altar bestimmt. Weiterhin verfügt die Kirche über mittelalterliche Wandaltäre. Zu den wertvollsten Ausstattungsstücken zählt die um 1290 entstandene Anna-Selbdritt-Skulptur. Die astronomische Uhr aus dem 14. Jahrhundert zieht in der Kirche ebenso die Blicke auf sich, wie ein goldener Fries am oberen Mittelschiff, welcher 50 Wappen der Ratsherren der Stadt abbildet. Das Gotteshaus verfügt über drei spielbare Orgeln, welche auf stimmungsvollen Konzerten zu hören sind.

Johanniskloster

Nordöstlich vom Alten Markt erhebt sich das Johanniskloster. Das ehemalige Franziskanerkloster St. Johannis wurde im Jahre 1254 gegründet. Damals befand sich das Klostergelände vor den Toren der Stadt, unmittelbar am Ufer des Strelasunds. Das Klostergelände ist Teil der historischen Altstadt Stralsunds und zählt somit zum UNESCO Welterbe. Der Anfang des 14. Jahrhunderts abgeschlossene Bau wurde aus Spenden finanziert. Das Johanniskloster zählt zu den ältesten Bauten Norddeutschlands und war einst eine der bedeutendsten Niederlassungen des Franziskanerordens im Ostseeraum. Aufzeichnungen über die frühe Geschichte des Klosters liegen nicht vor, da das Klosterarchiv vernichtet wurde. Im Jahre 1525 wurde das Johanniskloster erstürmt und geplündert. Die Mönche flohen oder bekannten sich zum evangelischen Glauben, um in der Stadt verbleiben zu können. Das Kloster wurde zum Armenhaus umfunktioniert. Vermögende Bewohner sicherten sich in den früheren Mönchszellen das Wohnrecht. Bei einem Brand im Jahre 1624 wurden die Hallenkirche und das Dach der Klausur zerstört und nicht wieder aufgebaut. Bei einer Sanierung des Ostflügels in den 1960er Jahren konnten gotische Malereien freigelegt werden. Seit 1970 sind im Johanniskloster Teile des Stadtarchivs untergebracht. Der “Helle Gang” über dem Kreuzgang wurde im Jahre 1973 saniert. Im Klosterhof erinnert eine Stelle an die Vertreibung und Verfolgung der Stralsunder Juden.

Wulflamhaus

Stralsunds bekanntestes Bürgerhaus erhebt sich am Alten Markt. Der hervorragend erhaltene Backsteinbau sucht seinesgleichen im norddeutschen Raum. Das Wulflamhaus entstand im Auftrag des Ratsherren Bertram Wulflam Mitte des 14. Jahrhunderts. Der zukünftige Bürgermeister ließ sein Domizil wohl wissend unmittelbar gegenüber des Rathauses erbauen. Bei der Ausübung seiner eigenmächtigen Amtsgeschäfte soll er die Stadtkasse im Wulflamhaus aufbewahrt haben. Das Gebäude besitzt eine prächtige Schaufassade mit Pfeilergiebeln, welche typisch für die Stralsunder Architektur sind. Das Wulflamhaus wurde mehrfach baulich verändert und Ende der 1990er Jahre umfassend saniert. Im Inneren sind eindrucksvolle Wandmalereien des 15. Jahrhunderts zu bewundern. An der Rückseite des Gebäudes wurde ein Flügelanbau im Fachwerk-Stil ergänzt. Das Wulflamhaus verfügte einst über einen Speicher, eine Galerie und ein Brauhaus. Noch erkennbare Mauerdurchbrüche über dem Eingangsbereich dürften einst einen Balkon getragen haben. Wer bei einem Stadtrundgang durch Stralsund hungrig geworden ist, wird sich heute im Inneren des Wulflamhauses kulinarisch verwöhnen lassen können. Weiterhin hat die Pressestelle der Stadtverwaltung in den historischen Mauern Quartier bezogen. Im einstigen Brauhaus im Innenhof befindet sich die Spielstätte des Theaters Vorpommern.

Kniepertor

Das Kniepertor ist eines von vormals zehn Stralsunder Stadttoren. Seinen Namen erhielt das Bauwerk nach einer Bürgerfamilie, welche im 13. Jahrhundert in Stralsund Ansehen genoss. Der Bau wurde 1293 vollendet und das Kniepertor diente fortan als Landtor der einstigen Stadtbefestigung. Der Backsteinbau mit seinem Ziegeldach ist am Ende der Knieperstraße zu finden. Seine heutige Gestalt verdankt das Bauwerk baulichen Veränderungen, welche im 15. Jahrhundert vorgenommen wurden. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Abriss des Kniepertors erwogen. Letztlich wurde nur das Nachbarhaus abgerissen, um dem zunehmenden Verkehr in der Stadt Platz zu machen. Das Kniepertor ist 11,5 Meter breit und 21 Meter hoch. Bis Mitte der 1960er Jahre durchquerte die Straßenbahn das Bauwerk. Heute wird das Tor lediglich von Radfahrern und Fußgängern passiert. Im Jahre 1967 wurde das Kniepertor zu Wohnzwecken umgebaut. Das Tor lässt sich bei einem Bummel durch die Innenstadt Stralsunds nicht übersehen und gilt bei Urlaubern als beliebtes Fotomotiv. Aufmerksame Touristen bemerken am Tor historische Spuren. Dazu zählen Halterungen für Sperrketten, welche dazu dienten, die Straße für Angreifer unpassierbar zu machen. Eine Gedenktafel erinnert an Friedrich Gustav von Petersson. Der Stabsleutnant wurde im Jahre 1809 von französischen Truppen hingerichtet.

Marienkirche

Die Marienkirche Stralsund befindet sich am Neuen Markt, unmittelbar im Stadtzentrum. Das Bauwerk wurde im Jahre 1298 erstmals urkundlich erwähnt. Die Backsteinbasilika ist die größte Pfarrkirche Stralsunds und eine der bedeutendsten spätgotischen Gotteshäuser Mitteleuropas. Der Bau entstand nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche. Nach einem Einsturz musste die Kirche zwischen 1382 und 1420 erneuert werden. Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert galt die 151 Meter hohe gotische Turmspitze der Marienkirche Stralsund als höchstes Bauwerk der Welt. Von einem Blitzschlag zerstört, wurde sie durch eine Barockhaube ersetzt. Der achteckige Mittelturm besitzt heute eine Gesamthöhe von 104 Metern. Wer den Aufstieg nicht scheut, kann einen herrlichen Rundblick auf Stralsund und die Insel Rügen genießen. Von der historischen Innenausstattung der Marienkirche Stralsund blieb nach dem großen Stadtbrand im Jahre 1647 vergleichbar wenig erhalten. Ältestes Ausstattungsstück dürfte eine spätgotische Figurengruppe, welche um 1430 entstand, sein. Ein Messingleuchter lässt sich auf das Jahr 1649 datieren. Die Orgel entstand Mitte des 17. Jahrhunderts und ist die letzte Arbeit Friedrich Stellwagens. Seit dem Jahre 2008 ist die Orgel restauriert und wieder voll funktionstüchtig. Die Marienkirche Stralsund ist 96 Meter lang und verfügt über fünf Glocken. Das Gotteshaus ist täglich zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet und während dieser Zeit sind auch Turmbesteigungen möglich.

Dielenhaus

Im Zentrum des von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannten Stadtgebiets "Historische Altstädte Stralsund und Wismar" erhebt sich das Dielenhaus in der Hansestadt Stralsund. Das denkmalgeschützte Baudenkmal befindet sich in der Mühlenstraße und ist gleichermaßen an die 700 km lange Ferienstraße Schwedenstraße angeschlossen. Bereits die Außenfassade des Hauses weiß durch seinen Stufengiebel und die vielen, liebevoll gestalteten Verzierungen zu beeindrucken. Die vorzufindende Backsteingotik ist charakteristisch für die Gebäude innerhalb der Stadtmauern Stralsunds. Auch das Betreten des frei zugänglichen Gebäudes ist lohnenswert. Das gotische Kaufmannshaus aus dem 14. Jahrhundert besteht aus einer offenen und demnach namensgebenden Diele im Erdgeschoss. Diese typische Architektur nach gotischer Bauweise erfüllte ihrer Zeit einen praktischen Zweck: Das geräumige Erdgeschoss machte es möglich, auch Waren aller Größenordnungen per Lastenaufzug in die Lagerräume des Obergeschosses zu transportieren und anschließend dort einzulagern. Der sogenannte Hausbaum bildet dabei das tragende Element und diente damals der Kraftverlagerung im Prozess des Warentransports. Diente die Diele als zentraler Raum im Haus damals gleichermaßen auch zum Bier brauen, werden die Räumlichkeiten des Gebäudes nach ihrer Grundsanierung zwischen 1977 und 1979 regelmäßig für standesamtliche Trauungen genutzt. Darüber hinaus wird der geschichtsträchtige Bau auch für etwaige Ausstellungen genutzt. Unabhängig von dem kulturellen Programm innerhalb der Gemäuer, ist das Dielenhaus als bedeutsames und geschichtsträchtiges Gebäude in der Stralsunder Altstadt in jedem Fall einen Besuch wert.

Kütertor

Das Kütertor ist neben dem Kniepertor das einzig noch erhaltene der ehemals insgesamt zehn Stadttore in der Hansestadt Stralsund. Das 10,30 Meter breite und 10,40 tiefe Tor findet sich am Ende der Heilgeiststraße im westlichen Teil der Altstadt. Damit liegt das Gebäude auch im Bereich des UNESCO-Welterbes "Historische Altstädte Stralsund und Wismar". Seit 1446 steht das Kütertor dort in seiner gegenwärtigen Erscheinungsform. Charakteristisch für den ehemaligen Teil der Stadtbefestigung sind zum einen die spitzbögige Durchfahrt und zum anderen das Zeltdach, welches am oberen Ende mit einer Laterne abschließt. Zu den anliegenden Gebäuden gehören das Mauerhaus, die Wasserkunst und der Wasserturm. Zunächst als Gefängnis genutzt, wurde der Innenbereich 1862 zu Wohnräumen umgebaut und schließlich zwischen 1963 und 2003 teilweise als Jugendherberge genutzt. Das Tor und anliegende Gebäude sollen künftig als Wohnareale genutzt werden. Seinen Namen verdankt das Kütertor jedoch weder seiner Funktion als Stadtbefestigung noch als Zuchthaus, sondern er liegt in dem Umstand begründet, dass die Küter zur Entstehungszeit des Kütertors insbesondere in diesem Stadtgebiet tätig waren. So nannte man die Fleischer, die die Innereien der Tiere verarbeiteten. Heute befindet sich auf der Stadtinnenseite im Torschließerhäuschen ein Restaurant, das nach einem Gang durch die kulturell reichhaltige Altstadt Stralsunds und der anschließenden Besichtigung des Kütertors zum abschließenden Verweilen einlädt.