
Karina Braunschweig / Travanto
Inhaltsverzeichnis
Zahlreiche Seen und unberührte Landschaften, soweit das Auge reicht: Die Uckermark hat sich diese geografischen Gegebenheiten zunutze gemacht und bietet Ihnen unzählige Möglichkeiten, die Natur hautnah zu erleben. Doch die Uckermark besitzt weitaus mehr Sehenswürdigkeiten als ihre Nationalparks. Kulturliebhaber kommen in der historischen Windmühle Greiffenberg, im Schloss Stolpe oder auf Schloss Boitzenburg voll auf ihre Kosten.
Auf einer Anhöhe über Stolpe befindet sich die Burg Stolpe. Jedoch ist von der mittelalterlichen Anlage neben den Wallanlagen nur noch der Wohnturm, auch „Grützpott“ genannt, vorhanden. Der Grützpott hat einen Außendurchmesser von 18 Metern und ist somit der größte unbewohnte Turm Brandenburgs. Der Turm war zu seiner Zeit der höchste Teil der gesamten Burganlage und wurde als wehrhaftes Wohngebäude errichtet. Aus Forschungsarbeiten geht hervor, dass nur der Bereich ab etwa 10 Metern Höhe als Wohnbereich genutzt wurde. Oberhalb dessen dienten die Etagen als Wehrplattformen, sodass die Burgleute die Möglichkeit hatten, die gesamte Burganlage mit Waffen und Wurfgeschossen zu beherrschen. Der gesamte Turm ist etwa 25 Meter hoch, wovon allein 10 Meter unter der Erde liegen. Die Mauern weisen dort ebenfalls eine Stärke von 6 Metern auf.
Der Beiname Grützpott lässt sich auf die Sage um den Raubritter Tiloff zurückführen. Dieser lebte mit seiner Familie und seinem Gefolge auf der Stolper Burg. Raubritter Tiloff machte sich gerne an dem hart verdienten Geld der Kaufleute zu schaffen. Er und seine Gefolgschaft plünderten und mordeten unentwegt. Eines Tages fiel dem Raubritter erneut ein Kaufmann ins Auge, der auf dem Markt durch den Verkauf seiner Produkte viel Geld verdient hatte. Tiloff machte sich alleine auf den Weg, um den Kaufmann zu überfallen, und bedrohte ihn mit einem Schwert. Doch der Kaufmann war gerüstet, zog in Windeseile seine Pistole und schoss dem Raubritter direkt ins Herz.
Die Bevölkerung war sehr glücklich über diesen Zustand und wollte anschließend die Ritterburg völlig zerstören. Die Bauern stürmten gemeinsam die Burg. Die Ritter versuchten sich mit allen Kräften zu wehren und warfen zu Beginn mit Steinen auf die Angreifer. Als sie merkten, dass das nichts nützte, gossen sie Pech und heißen Grützbrei auf die Bauern. Diese ließen sich jedoch nicht abschrecken und drangen weiter vor. Schlussendlich konnten sie in die Burg eindringen und beendeten somit die Schreckensherrschaft der Raubritter. Die geschichtlichen Ereignisse des letzten Jahrhunderts zerstörten die Burg Stolpe fast vollständig und hinterließen nur noch den Turm. Dieser wurde durch eine Nothalterung aus Stahlbeton gesichert und teilweise saniert. Seit 2007 steht er wieder für Begehungen der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Das größte Schloss Brandenburgs befindet sich in Boitzenburg und beeindruckt mit seiner prachtvollen Bauweise. 1276 wurde das Schloss erstmals urkundlich erwähnt und war zu dieser Zeit im Besitz von Dietrich von Kerkow. Das damalige, im Renaissance-Stil erbaute Schloss erlebte bis zur Übernahme der märkischen Adelsfamilie von Arnim im 16. Jahrhundert zahlreiche Besitzerwechsel. Der Dreißigjährige Krieg hinterließ auch am Schloss Boitzenburg seine Spuren. Da Teile des Schlosses zerstört wurden, ließ die Familie von Arnim es im Barockstil umbauen. Im 19. Jahrhundert erweiterte man die Bauweise ins Neugotische. Doch damit sollte es nicht genug sein: Einen erneuten Wandel erfuhr das Schloss im späten 19. Jahrhundert. Dort versuchte man, das Schloss Boitzenburg im Neurenaissance-Stil wieder dem ursprünglichen Zustand anzupassen. Früher war es ein Wohnhaus für die Familie von Arnim, zu DDR-Zeiten hingegen wurde es als Offiziersheim der Nationalen Volksarmee umfunktioniert. Nach der Wende kaufte der jetzige Besitzer das Schloss und baute es zu einem Hotel um.
Das Schloss lädt an Wochenenden zu Führungen ein, sodass Besucher auch einen Blick ins Innere werfen können. Durch die ideale Lage auf einer Halbinsel sind viele Aktivitäten im und auf dem Wasser möglich. Angler kommen in der nahe gelegenen Forellenzucht voll auf ihre Kosten. Kanuliebhaber können bei einer ausgedehnten Kanutour von sieben Kilometern über den Küchenteich, den Schumellensee, den Krienkowsee bis hin zum Hardenbecker Haussee die Vielfalt der regionalen Seen genießen. Das Schloss selbst liegt direkt an der Badestelle für Hausgäste. Für alle wasserscheuen Urlauber lohnt sich auch eine Erkundung mit dem Rad oder zu Fuß. Kulinarisch können Besucher ihren Gaumen im schlosseigenen Restaurant verwöhnen lassen. Hier steht Ihnen sowohl ein Innen- als auch ein Terrassenbereich zur Verfügung. Besonders empfehlenswert sind die speziellen Feste, die vom Schloss veranstaltet werden. So gibt es einen Ostermarkt, ein Kürbisfest oder auch einen Weihnachtsmarkt.
Aufzeichnungen und archäologische Befunde geben leider keine genauen Informationen zur Entstehung der Wasserburg Gerswalde. Fest steht aber, dass die Burg in den Jahren 1239–1250 von den Askaniern gebaut wurde und bis zum 13. Jahrhundert zu Pommern gehörte. Damals wie heute gehörte ein Haussee zum Anwesen. Dieser war allerdings früher wesentlich größer und reichte bis zur Anhöhe heran. Mitte des 15. Jahrhunderts erhielt die Burg unter Henning von Arnim Marktrechte und wurde somit einer der Stammsitze der Familie von Arnim. Diese ließ 1530 auf der Vorburg das „Rote Haus“ errichten. Leider wurde infolge des Dreißigjährigen Krieges nicht nur Gerswalde, sondern auch die Burg fast vollständig zerstört. Nach einem Wiederaufbau wurde die Anlage von 1955–1989 als Jugendwerkhof genutzt und in den folgenden Jahren als Jugendheim. 1993 konnte die Burgruine mit dem Schlosspark und dem Haussee endlich wieder in das Eigentum der Gemeinde Gerswalde übertragen werden. Um den Erhalt und die Nutzung der Burg weiter zu garantieren, hat sich der Förderverein Wasserburg Gerswalde e.V. gebildet.
Trotz der Zerstörungen sind Teile der Burg heute noch gut erhalten und versetzen den Besucher zurück ins Mittelalter. Steht man im idyllischen Innenhof, so hat man einen atemberaubenden Blick auf die halbkreisförmige Wehranlage (Bastion), das Gebäude (Kemenate), den Bergfried und Reste des ehemaligen Hauptgebäudes. Vor allem die Kemenate weist einen sehr gut erhaltenen Zustand auf und wurde einst aus Feld- und Backsteinen auf einem rechteckigen Grundriss errichtet. Schätzungen zufolge wurde die Kemenate erst später in die zerstörte Burg integriert und hatte lediglich wirtschaftliche Zwecke. Der Bergfried ist nicht mehr vollständig erhalten, hat dennoch eine erstaunliche Höhe von 8 Metern und eine Mauerstärke von 3 Metern. Kulturinteressierte können bei einem Besuch der Wasserburg ebenfalls die Gerswalder Heimatstube, das Fischereimuseum und verschiedene Ausstellungen betrachten.
Die Burg selbst lockt mit verschiedenen Aktivitäten immer mehr Besucher an. Regelmäßige Konzerte im Innenhof lassen Musikliebhaber an einem außergewöhnlichen Ereignis teilhaben. Doch auch Senioren treffen sich in gemütlicher Runde und für die Unterhaltung der Kinder sorgt beispielsweise eine Halloweenparty. Einen besonderen Höhepunkt stellt das jährliche Burgfest dar. Alle Besucher werden durch ritterliche Wettspiele, Handwerk, Gewerbe, Musik, Speis und Trank ins Mittelalter zurückversetzt.
Die Greiffenberger Windmühle gehört zu den letzten Erdholländermühlen in Brandenburg. Die Holländermühle ist die wohl modernste Entwicklung der klassischen Windmühle. Im 16. Jahrhundert wurde dieser Typ von Windmühlen modern und verdrängte damit die Bockwindmühlen aus den Niederlanden und Norddeutschland. Die Niederlande setzten die Holländermühlen hauptsächlich als Windpumpen zur Entwässerung der Polder ein. Die restlichen Länder Europas hingegen nutzten diese als Getreidemühlen.
Den Standort der historischen Windmühle in Greiffenberg legte der Landschaftsarchitekt Lenné im Zusammenhang mit der Landschaftsplanung fest. 1830 erbaute der Mühlenbaumeister Stechow die Achtkantmühle. Sie entstand lediglich aus Holz und besaß zwei Mahlgänge. Die Holländermühle war 10 Meter hoch und die Kappe betrug 4,75 Meter. Die Mühle wurde bis 1938 vollkommen als Getreidemühle genutzt. Direkt in Greiffenberg wurde jedoch zwischenzeitlich eine Industriemühle errichtet, wodurch der Holländer unrentabel und schlussendlich stillgelegt wurde. Das Gebäude konnte dem Verfall nicht länger standhalten und brach 2006 zusammen. Um dieses historisch wertvolle Objekt zu retten, wurde 2012 eine Sanierung des Fundaments gestartet. Der Wiederaufbau ging seinen Lauf und im Jahre 2013 konnte in Greiffenberg bereits Richtfest für das Achtkantgerüst gefeiert werden. Die gesamte Mühle mitsamt der Sanierung wird vom Verein zur Förderung von Landwirtschaft, Handwerk und Kultur e.V. unterstützt.
Die kleine Gemeinde Gramzow im Landkreis Uckermark lockt mit einer Besonderheit nicht nur die Einheimischen, sondern auch zahlreiche Touristen an. Die Ausstellung in der Bahnhofstraße 2 legt das Augenmerk auf die Entwicklung der Berlin-Stettiner Eisenbahn von der Gründung bis heute.
Der 15. August 1843 war un einschneidender Tag für die Geschichte Brandenburgs, da der erste Eisenbahnzug von Berlin nach Stettin fuhr. An diesem Tag wusste noch niemand, welche Bedeutung diese Verbindung mit sich bringen sollte. Sie war die Stammstrecke der Eisenbahn-Gesellschaft und wurde 1863 zweigleisig zwischen Berlin und Angermünde ausgebaut. 10 Jahre später erfolgte ebenfalls der zweigleisige Ausbau der restlichen Strecke zwischen Angermünde und Stettin. Zahlreiche Haupt- und Nebenbahnen ergänzten das Streckennetz, sodass große ländliche Teile angeschlossen werden konnten und der wirtschaftliche Aufschwung seinen Gang ging. Die Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft wurde 1880 verstaatlicht und war fortan im Besitz der Preußischen Staatseisenbahn. Nachdem Stettin im Zweiten Weltkrieg an Polen überging, verlor auch die Eisenbahnstrecke an Bedeutung. Als Polen 2004 der Europäischen Union beitrat, konnten die alten Verbindungen wieder belebt werden. Das hatte die Festigung der wirtschaftlichen Partnerschaften und das Wiedererwecken der traditionsreichen Eisenbahnlinie zur Folge.
Originalteile, Fotos und Modelle veranschaulichen die in der Ausstellung dargestellte Geschichte des Ortes. Die Anlage wird mehrmals im Jahr gewechselt und mit typischen Zuggarnituren verzweigt. Thematische Sonderausstellungen machen den Besuch im Gramzower Modelleisenbahnmuseum zu einem ganz besonderen Tag.
Früher sprachen die Einheimischen noch vom Gutshaus, heute ist das prunkvolle Anwesen am Rande der Stadt nur noch unter dem Namen „Schloss Criewen“ bekannt. Den Hauptanziehungspunkt auf diesem Gelände stellt der ehemalige Schafstall dar. Dieser ist als „Nationalparkhaus“ bekannt und beherbergt seit 2002 das Besucherinformationszentrum und die Ausstellung zum Nationalpark. 13 Ausstellungsbereiche laden zum Entdecken von Natur, Landschaft und Siedlungsgeschichte ein. Vor allem Kinder kommen hier voll auf ihre Kosten, da im Nationalparkhaus sehr viel Wert auf interaktives Entdecken gelegt wird. Beispielsweise können Sie einen Flug mit einem Schwan über das Untere Odertal wagen, ein Hochwasser am Modell nachahmen oder in einem Tierstimmenquiz Ihr Geschick unter Beweis stellen. Selbstverständlich werden ebenfalls professionelle Führungen durch die Ausstellung angeboten. Doch nicht nur der aktive Bereich wird Sie zum Staunen bringen, sondern auch das 15.000 Liter fassende Aquarium. 20 Fischarten wie zum Beispiel Groppe, Bitterling, Steinbeißer und Quappe sind hier zu Hause und geben einen umfassenden Einblick in die Artenvielfalt der heimischen Gewässer.
Aber auch das Schloss selbst sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Geschichte dahinter ist ebenso abwechslungsreich wie die Vielfalt des englischen Landschaftsparks. Der 10 Hektar große, grüne Garten wurde 1850 vom berühmten Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné angelegt. Doch im 19. Jahrhundert war das Gutshaus vom Dorf umgeben und bot somit keinen Platz für einen ausgedehnten Park. Der Gutsbesitzer Otto von Arnim wusste Abhilfe zu schaffen und ließ kurzerhand das komplette Dorf Criewen abreißen und weiter östlich wieder aufbauen. Lediglich die Kirche blieb an der ursprünglichen Stelle, sodass diese ebenso wie der Friedhof in die Gestaltung einbezogen wurde. Zahlreiche englische Elemente wie Brücken, geschwungene Wege und Teiche prägen das Bild des Parks.
1747 wurde der Kern des Schlosses errichtet, 1910 jedoch komplett im neoklassischen Stil umgebaut. Besonderheiten sind vor allem der von Holzsäulen getragene Balkon und der sich im westlichen Anbau befindende Gartenpavillon. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude zweckentfremdet und als Ausbildungsstätte für Landwirte sowie als Jungen- und Mädcheninternat genutzt. Nach dem Fall der Mauer nutzte die Gemeinde das Schloss als Landschulheim. Einen erneuten und vorerst letzten Wandel erfuhr das Schloss Criewen im Jahre 2002. Das Deutsch-Polnische Umweltbildungs- und Begegnungszentrum, die Nationalpark-Stiftung und die Bibliothek der Brandenburgischen Akademie fanden ihren Sitz im neoklassischen Gebäude.
1990 wurde das 1.291 km² große Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin aufgrund des Nationalparkprogramms der DDR gegründet. Es liegt in den vier Landkreisen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland und Oberhavel. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Totalreservat Plagefenn. Bei dem Plagefenn handelt es sich um ein 177 Hektar großes Moor, welches sich rund um den Großen und Kleinen Plagesee erstreckt. Eine weitere Besonderheit stellen die Buchenwälder im Grumsiner Forst dar, die seit 2011 zum Weltnaturerbe gehören. Grund dafür sind die Flattergras-Buchen, welche heute nur noch in einem Restbestand vorhanden sind und als ein Rückzugsgebiet für seltene Tierarten wie den Schreiadler oder den Schwarzstorch gelten. Der Buchenwald Grumsin gehört zu den größten zusammenhängenden Tiefland-Buchenwäldern weltweit und wurde seit über 20 Jahren nicht mehr genutzt, weswegen er sich langsam wieder zu einem Urwald entwickelt.
Alle Sportbegeisterten können bei einer Wandertour durch den Buchenwald Grumsin die Natur genießen und sich mithilfe einer Wanderkarte den Weg durch die unberührte Buchenlandschaft bahnen. Außerdem bietet das Biosphärenreservat zahlreiche Veranstaltungen, um den Naturraum auf besondere Art und Weise kennenzulernen. Dazu gehören unter anderem Wanderungen mit der Naturwacht, Vorträge in der Schorfheide, Aktionstage des Biosphärenreservates im Ökodorf Brodowin und in der Blumberger Mühle oder Wolfsnächte im Wildpark Schorfheide.
In Deutschland gibt es insgesamt 16 Nationalparks. Der Nationalpark Unteres Odertal befindet sich im Osten der Uckermark an der polnischen Grenze. Gleich nach der Wende schlossen sich Deutschland und Polen zusammen, um gemeinsam un grenzüberschreitendes, völkerverbindendes Naturschutzprojekt zu starten. Der polnische Teil ist circa 6.000 Hektar groß und wird als Landschaftsschutzpark geführt. Der deutsche Teil hingegen umfasst 10.500 Hektar und läuft unter dem Begriff Nationalpark. Beide Gebiete werden von ausgedehnten Schutzzonen umgeben. Im Nationalpark befinden sich wertvolle Waldgebiete, blütenreiche Trockenrasen der Oderhänge und eine der letzten natürlichen Flussauenlandschaften Mitteleuropas. Die größte Besonderheit des Nationalparks ist die einzige intakte Polder-Landschaft Deutschlands. Einen Polder nennt man un eingedeichtes niedriges Gelände, welches in der Nähe von Wasser gelegen ist. Auch das Poldergebiet im Unteren Odertal wurde großzügig eingedeicht, um es langfristig zu schützen. Die hohen Winterdeiche befinden sich im westlichen Parkgebiet und schützen somit die Orte vor dem Hochwasser. Im Osten gibt es zahlreiche Sommerdeiche, die immer im November geöffnet werden, sodass sich die Oder komplett über die ganze Breite des Flusstales entfalten kann. Sinn und Zweck des Ganzen ist die Verhinderung von Hochwasser für umliegende Städte, vor allem Stettin. Unter Beweis gestellt hat sich das Schutzsystem bei dem verheerenden Hochwasser 1997.
Da sich das Wiesengebiet im Winter sehr weit ausdehnt, ist es Rastplatz für unzählige Zugvögel geworden. Der Nationalpark ist somit vor allem für seinen Vogelreichtum bekannt. Besondere Vogelarten sind der Singschwan, der Wachtelkönig, der Kampfläufer, die Uferschnepfe und der Seggenrohrsänger, welcher zu den am stärksten gefährdeten Singvögeln Europas gehört. Doch auch die Flora des Nationalparks ist bemerkenswert. Der Nationalpark bietet wichtige Lebensräume für seltene Pflanzenarten. So finden Sie hier die in Mitteleuropa sehr seltene Flaumeiche, welche samtartige Blätter besitzt und für gewöhnlich in der Mittelmeervegetation heimisch ist. Der Nationalpark Unteres Odertal bietet für die Uckermarkregion einen wichtigen touristischen Faktor. Bereits im Jahr 2004 besuchten 150.000 Menschen den Park und brachten dem Landkreis somit un wirtschaftlichen Vorteil. Grund dafür ist hauptsächlich das große Angebot an sportlichen Aktivitäten. Im gesamten Park gibt es über 200 Kilometer lange Wege, markierte Rad- und Wanderwege, drei Lehrpfade und drei Aufstiege. Startpunkt für die Fuß- oder Radwanderungen ist die Stadt Schwedt oder das Nationalparkzentrum in Criewen. Doch auch eine Entdeckung des Nationalparks zu Wasser ist sehr zu empfehlen. Um jedoch den Park und sein wichtigstes Element zu schützen, wird sehr viel Wert auf schonende Aktivitäten gelegt. Für die Besucher des Nationalparks werden geführte Kanutouren angeboten, welche durch das Poldergebiet gehen. Vorteil dieser geführten Touren sind die zusätzlichen Informationen, die Sie durch ausgebildete Kanuführer bekommen.
Die Uckermark bietet Naturliebhabern drei große Naturlandschaften, die durch ihre einzigartige Artenvielfalt bestechen. Der Naturpark Uckermärkische Seen liegt zwischen Prenzlau, Fürstenberg, Zehdenick und Templin. Auf 897 km² haben Flora und Fauna genug Platz, sich frei zu entfalten. Der Park wurde am 3.5.1997 als Naturpark anerkannt und umfasst circa 230 Seen, Bachläufe, Moore und Kleingewässer. Dieses aufregende Relief entstand während der Weichseleiszeit vor über 15.000 Jahren. 47 Prozent der Gesamtfläche des Naturparks sind von Wäldern bedeckt. Im Zuge der deutsch-pommerschen Besiedlung und der damit verbundenen Waldrodung entstand eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit Hecken, Wiesen, Äckern und Feldgehölzen. Neben den Standardbäumen wie Rot- und Hainbuchen, Eichen, Ahorn, Kiefern und Lärchen finden sich im Naturpark hundert verschiedene Apfelsorten, die die Wegränder schmücken. Ungefähr 9 Prozent der Fläche sind mit Wasser bedeckt, damit bietet der Naturpark Uckermärkische Seen einen perfekten Ausgangspunkt für Paddler. Das ausgeprägte Informations- und Leitsystem zeigt Biwakplätze und Bootsverleihstellen und gibt Tipps für den beherzten Umgang mit der Natur.
Es wird sehr viel Wert auf einen umweltfreundlichen Umgang mit dem Naturpark gelegt. Aus diesem Grund stellen die Uckermärkischen Seen auch das Zuhause der sehr seltenen Europäischen Sumpfschildkröte und der Edelkrebsarten dar. Ebenso fühlt sich der inzwischen erneut vom Aussterben bedrohte Fischotter in den Gewässern sehr wohl. Auch an Land finden sich zahlreiche gefährdete Arten wie Schreiadler und Schwarzstörche wieder. Das Verwaltungsgebäude in Lychen gibt Ihnen zahlreiche Informationen zu Ausflügen, Besichtigungen oder Aktivitäten im Naturpark. Dort ist ebenfalls eine Ausstellung errichtet worden, die Ihnen einen Überblick über die Geschichte der nordwestlichen Uckermark geben wird.