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Thüringer Wald Sehenswürdigkeiten

Zwischen Eisenach und Sonneberg gibt es so einiges zu entdecken. Zahlreiche Bauwerke, spannende Ausstellungen und bezaubernde Naturkulissen versprechen Spaß und Erlebnis für Jedermann. Wahre Wanderer zieht es sicherlich sofort zum Rennsteig. Natürlich darf auch ein Abstecher zur Wartburg nicht fehlen. Urlauber können sich auf wunderschöne Bauwerke und faszinierende Ausstellungen freuen, auf gute Aussichten auf dem Großen Beerberg und tiefe Einblicke in der Marienglashöhle. Eine technische Meisterleistung stellt das Pumpspeicherwerk Goldisthal dar, Deutschlands größtes Wasserkraftwerk. Zahlreiche Orte im Thüringer Wald versprechen weitere Attraktionen, Highlights und Sehenswürdigkeiten.
Denkmal für den ersten Rennsteig-Wanderer
Denkmal für den ersten Rennsteig-Wanderer
© Rainer Aschenbrenner / pixelio.de [redaktionelle und kommerzielle Nutzung]
Die Saalfelder Feengrotten
Die Saalfelder Feengrotten
© Ben Müller / pixelio.de [redaktionelle und kommerzielle Nutzung]
Das Waffenmuseum in Suhl
Das Waffenmuseum in Suhl
© Steffen Löwe / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]

Naturschönheiten des Thüringer Waldes

Rennsteig

Der Rennsteig gilt als bekannteste Wanderstrecke im Thüringer Wald. Auf einer Länge von etwa 170 km verläuft der Wanderweg über die Höhenzüge des Thüringer Waldes und des Thüringischem Schiefergebirges. Die Bezeichnung Rennsteig steht für „Grenzweg“. Das Wandergebiet stellt nicht nur die Grenze zwischen Thüringen und Franken dar, sondern markiert auch eine Dialektgrenze, welche Urlauber deutlich wahrnehmen werden. Der älteste Wanderweg Deutschlands wird jährlich von etwa 100.000 Wanderern in Angriff genommen. Erstmals wurde der Wanderweg im Jahre 1330 als „Rynnestig“ erwähnt. Die erste belegte Wanderung entlang des Rennsteigs wurde im Jahre 1829 von Julius von Plänckner unternommen. Der Topograf legte Blankenstein und Hörschel als Anfangs- und Endpunkte der Strecke fest. Seine Wegbeschreibung wurde im Jahre 1832 in das „Taschenbuch für Reisende durch den Thüringerwald“ aufgenommen.

Seit der deutschen Wiedervereinigung ist der Rennsteig durchgehend begehbar. Der Höhenweg gilt seit 1999 als Kulturdenkmal. Entlang des Weges wird man auf mehr als 1.000 historische Grenzsteine stoßen. Der Rennsteig ist ganzjährig begehbar und für seine herrlichen Panoramablicke bekannt. Im Winter sind auf Teilbereichen der Strecke Schneeschuhwanderungen möglich. Als Ausgangspunkte für Wanderungen entlang des Rennsteigs bieten sich die Ortschaften Oberhof, Neuhaus am Rennweg, Masserberg oder Ruhla an. Die Salzmannstraße, der Breitunger Rennsteig oder der Sallmannshäuser Rennsteig zweigen vom Wanderweg ab.

Marienglashöhle

Die Marienglashöhle ist eine Schauhöhle im Thüringer Wald, welche zum Großteil nicht natürlichen Ursprungs ist, sondern durch den Abbau von Kupfer und Gips entstand. Die Höhle ist zwischen den Ortschaften Tabarz und Friedrichroda zu finden. Das Schaubergwerk ist touristisch bestens erschlossen und liegt in unmittelbarer Nähe eines großen Parkplatzes und eines Haltepunktes der Thüringerwaldbahn. Der Eisenerz-Abbau im Gebiet um Friedrichroda ist seit 1538 belegt. Die Ursprünge der Marienglashöhle sind im Jahre 1775 zu suchen, als am Fuße des Abtsberges mit dem Bau eines Erkundungsstollens für den beabsichtigten Abbau von Kupferschiefer begonnen wurde.

Im Jahre 1784 wurde in der Marienglashöhle die Kristallgrotte freigelegt. Die Kristalle wurden abgebaut und vornehmlich an Kirchen und Klöster abgegeben. Mit dem leicht brüchigen Material konnten Kronleuchter oder Altäre verziert werden. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde die Marienglashöhle im Jahre 1845. Seit mehr als 100 Jahren ist die Höhle für die Öffentlichkeit zugänglich. Eine Führung durch das Areal beginnt im Herzog-Ernst-Stollen. Treppen führen hinab in die Kristallgrotte. Hier können bis zu 90 cm lange Gipskristalle bestaunt werden. Ein Steg führt über den Höhlensee. Auf dem Weg zur oberen Sohle sind zahlreiche Tropfsteine zu sehen. Die Führungen finden ganzjährig statt und dauern etwa 45 Minuten.

Saalfelder Feengrotten

Die Saalfelder Feengrotten zählen zu den bekanntesten Tropfsteinhöhlen in Deutschland. Das ehemalige Bergwerk im thüringischen Saalfeld genießt besonders auf Grund seiner farbigen Tropfsteine weithin Bedeutung. 1993 fanden die Saalfelder Feengrotten als „farbenreichste Schaugrotten der Welt“ Eintrag in das Guiness-Buch der Rekorde. Das Alaunschieferbergwerk wurde um 1530 in Betrieb genommen. Mit dem planmäßigen Abbau von Alaunschiefer wurde 1544 begonnen. Das Bergwerk „Jeremias Glück“ bestand bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Anlage geriet anschließend in Vergessenheit und wurde erst um 1910 wiederentdeckt. Mittlerweile war eine faszinierende Welt aus Tropfsteinen entstanden.

Die Saalfelder Feengrotten sind seit Mai 1914 für die Öffentlichkeit zugänglich. Zeitgleich öffnete auch die „Grottenschänke“ ihre Pforten. Die historische Gastwirtschaft wurde in den 1990-er Jahren aufwendig saniert und kann heute für Feierlichkeiten genutzt werden. Größte Attraktion der Saalfelder Feengrotten ist der Märchendom. Hier sollen Besucher die Fee erkennen können, welche der Höhle ihren Namen gab. Während einer Bootsfahrt über einen Salzsee werden die Tropfsteine eindrucksvoll beleuchtet. Die Feengrotten wurden bereits von mehr als 20 Millionen Menschen besucht. Den Feengrotten angeschlossen ist ein Heilstollen. Die Feengrotten feiern im Jahre 2014 ihr 100-jähriges Bestehen. Zahlreiche Veranstaltungen stehen an.

Wetzstein

Mit 792 Metern Höhe ist der Wetzstein der höchste Berg in Ostthüringen. Die Erhebung befindet sich wenige Kilometer südlich des Ortsgebietes von Lehesten. Der Wetzstein ist auch vom Rennsteig aus gut sichtbar. Der berühmte Höhenweg verläuft unmittelbar südlich des Bergrückens. Weithin sichtbar ist der Altvaterturm, welcher sich auf der Bergkuppe befindet. Bei günstiger Witterung ist das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig vom Berggipfel aus sichtbar. Als touristisches Ziel war der Bergrücken bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in aller Munde. Damals ließ der Thüringen-Wald-Verein den Bismarckturm erbauen. Die Errichtung des 22 Meter hohen Aussichtsturms zog einen regen Ausflugs- und Fremdenverkehr nach sich.

Der Ausflugsverkehr auf dem Wetzstein kam nach dem Zweiten Weltkrieg zum Erliegen. Der Berg befand sich damals an der Schnittstelle zwischen der sowjetischen und der westlichen Besatzungszone. Seit 1961 lag der Wetzstein im DDR-Sperrgebiet. Die NVA errichtete hier einen Stützpunkt zur Luftüberwachung. Der baufällige Bismarckturm wurde 1979 gesprengt. Mit dem Bau des Altvaterturms wurde im Jahre 2000 begonnen. Die Errichtung geschah auf Initiative der Heimatfreunde aus Sudeten-Schlesien. Der Turm entstand nach dem Vorbild des Turmes, welcher bis 1959 auf dem Altvaterberg im Altvatergebirge gestanden hatte. Im Erdgeschoss des Turmes befindet sich eine Gaststätte. In den Obergeschossen finden Ausstellungen statt.



Museen im Thüringer Wald

Waffenmuseum Suhl

Wer sich für die technische Entwicklung der Handfeuerwaffen interessiert, findet im Waffenmuseum Suhl alle Fragen beantwortet. Die Ausstellung kann man nicht verfehlen, denn das Museum hat in einem historischen Fachwerkhaus, unmittelbar in der Suhler Innenstadt Quartier bezogen. Wer das Waffenmuseum Suhl betritt, gelangt zunächst in den Empfangs- und Aufenthaltsbereich. Im Erdgeschoss ist weiterhin eine Präsentation zur Geschichte des Eisens untergebracht. Im Obergeschoss erhält der Besucher zunächst eine Einführung in die Suhler Waffentechnik. Die Dauerausstellung “Zauber der Jagd” zeigt Jagdwaffen im Spiegel der Zeit. Eine weitere Dauerausstellung ist der Faszination Sportschießen bis 1945 gewidmet. Im Entspannungsbereich können Besucher zur Ruhe kommen und die Eindrücke der Ausstellung Revue passieren lassen.

Im Dachgeschoss des Waffenmuseum Suhl werden einige Suhler Büchsenmacher näher vorgestellt. Weiterhin bietet sich Raum für interessante Sonderausstellungen. Die Fertigung von Handfeuerwaffen in Suhl besitzt eine beinahe 600-jährige Geschichte. In den Ausstellungsräumen werden Besucher mehr als 450 Waffen aus den verschiedensten Epochen bestaunen können. Das Waffenmuseum Suhl hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen sechs Euro Eintritt. Kinder unter sechs Jahre können die Ausstellung kostenlos besuchen. Gruppenführungen dauern etwa eine Stunde und sind zum Preis von 25 Euro pro Gruppe buchbar.



Bauwerke im Thüringer Wald

Die Wartburg in Eisenach
Die Wartburg in Eisenach
© simon45 / pixelio.de [redaktionelle und kommerzielle Nutzung]
Schloss Landsberg in Meiningen
Schloss Landsberg in Meiningen
© Kramer96 / Wikimedia Commons [CC BY 3.0]
Schloss Friedenstein in Gotha
Schloss Friedenstein in Gotha
© Martin8721 / Wikimedia Commons [gemeinfrei]

Wartburg

Die Wartburg bei Eisenach zählt zu den bekanntesten deutschen Burganlagen. Der Sage nach wurde die Burg um 1067 von Ludwig dem Springer gegründet. Zunächst diente die Anlage als Wehrbau, wurde jedoch bereits in früher Zeit auch als Repräsentationsbau genutzt. Im Mittelalter soll auf der Wartburg der historisch nicht hinlänglich belegbare Sängerkrieg stattgefunden haben. Dabei handelte es sich um einen Wettstreit von Wolfram von Eschenbach, Walter von der Vogelweide und anderen Minnesängern. Richard Wagner griff dieses Thema in seiner Oper „Tannhäuser“ auf. Zwischen 1521 und 1522 lebte Martin Luther als „Junker Jörg“ auf der Burg und übersetzte das Neue Testament aus dem Urtext in die neuhochdeutsche Sprache.

Die Wartburg wurde im Laufe ihrer Geschichte mehrfach restauriert. Die Burganlage gruppiert sich um zwei Höfe. Besucher betreten die Anlage über eine Zugbrücke, welche den einzigen Zugang zur Burg darstellt. Zunächst erblickt der Besucher mehrere Fachwerkbauten und das Ritterhaus. Durch eine imposante Gebäudegruppe werden die beiden Höfe voneinander abgegrenzt. Der zweite Burghof ist der älteste Teil der Wartburg. Hier befinden sich der Südturm und der Palas. Der Südturm kann bestiegen werden. Im Palas ist der Rittersaal zu finden, welcher noch aus romanischer Zeit stammt. Im ersten Obergeschoss können der Sängersaal und das Landgrafenzimmer besichtigt werden. Der Festsaal im zweiten Obergeschoss ist im Stile des 19. Jahrhunderts ausgestaltet. Im Burgmuseum können zahlreiche Kunstwerke besichtigt werden. Größte Attraktion auf der Burg ist die Lutherstube, wo Luther ein Tintenfass nach dem Teufel geworfen haben soll.

Burg Greifenstein

Die Ruine der Burg Greifenstein erhebt sich unweit von Bad Blankenburg, im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Das Baudenkmal erreicht Ausmaße von etwa 250 mal 100 Metern und zählt damit zu den größten Burgruinen Deutschlands. Die Burg ist weithin sichtbar und thront auf dem 390 Meter hohen Greifenstein, dem Hausberg Bad Blankenburgs. Die Ruinen der Burg Greifenstein wurden im Jahre 1840 entdeckt. Daraufhin wurde versucht, die Historie der Burganlage zu rekonstruieren. Die Burg entstand um 930 auf Geheiß von Kaiser Heinrich I. Eine schriftliche Nennung der Burg erfolgte im Jahre 1137.

Die Bedeutung der Burg Greifenstein begann bereits im 13. Jahrhundert zu sinken. Die Grafen residierten auf der nahen Schwarzburg. Ein Vogt unterhielt seinen Sitz auf der Blankenburg und auch eine Abteilung Soldaten war hier stationiert. Als letzter Graf, welcher die Burg Greifenstein zeitweise bewohnte, wird Heinrich XXVI. angenommen. Mitte des 16. Jahrhunderts kam es auf der Burg zu mehreren Bränden und die Anlage verfiel mehr und mehr. Im 18. Jahrhundert war die Burg vermehrt das Ziel von Schatzgräbern. In diese Zeit fällt auch die Zerstörung des Hauptturmes. Mitte des 19. Jahrhunderts unternahm man erste Versuche einer Restauration und eine Burggaststätte öffnete ihre Pforten. Heute ist die Burgruine ein beliebtes Ausflugsziel. Im Sommer finden Falknervorführungen statt.

Burg Ranis

Die Burg Ranis ist das Wahrzeichen der gleichnamigen Thüringer Stadt. Das Bauwerk thront auf einem Höhenrücken unweit von Pößneck. Befestigungen befanden sich bereits im 11. Jahrhundert an Stelle der heutigen Burg. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Ranis ist auf das Jahr 1084 datiert. 100 Jahre später befand sich der Sitz von dem König unterstellten Reichsministerialien auf der Burg. Die Burg nahm eine wichtige Stellung als Grenzfeste ein. Das Bauwerk befand sich im Besitz der Grafen von Schwarzburg und wurde 1389 an die Wettiner verkauft. Wilhelm III. vermachte die Burg dem Bruder seiner Gemahlin. Die Herren von Breitenbach werden als letzte Besitzer der Burg genannt. 1942 wurde die Burganlage an das Deutsche Rote Kreuz verkauft.

Die Burg Ranis besteht aus einer Hauptburg, einem kleinen Burghof, einem runden Bergfried und zwei weitläufigen Vorburgen. Ihr heutiges Aussehen verdankt die Burganlage umfassenden Ausbauarbeiten Anfang des 17. Jahrhunderts. Damals wandelte sich das Bild von einer mittelalterlichen Burg zu einem repräsentativen Schlossbau. Der frühere Besitzer Dietrich von Breitenbuch begründete das noch heute auf Burg Ranis befindliche Burgmuseum. Die Ausstellung dokumentiert die Geschichte der Burg und informiert auch über die unweit der Burg befindliche Ilsenhöhle. Einst besaß die Burg auch eine Gastwirtschaft und einen Bärenzwinger.

Schloss Friedenstein

Das imposante frühbarocke Schloss Friedenstein ist im thüringerischen Gotha zu finden. Die Geschichte der Schlossbauten in Gotha begann mit der Ernennung Gothas zur Hauptstadt des Herzogtums von Ernst I. von Sachsen-Gotha im Jahre 1640. Da der Stadt ein geeigneter Residenzbau fehlte, wurde früh mit der Planung eines Schlosses begonnen. Baumeister Andreas Rudolph verwirklichte die Pläne in den Jahren 1654 bis 1672. Bis 1675 residierte Ernst I. von Sachsen-Gotha auf Schloss Friedenstein. Bis 1894 befand sich in den historischen Mauern der Verwaltungssitz des Herzogtums Sachsen-Gotha. Das Schloss beherbergt Wohn- und Repräsentationsräume verschiedener Baustile. Herausragend sind die Stuckarbeiten in den Herzoglichen Gemächern.

Heute ist Schloss Friedenstein der Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Gotha. Das Schlossmuseum lässt Besuchern einen Blick in die herzoglichen Wohn- und Repräsentationsräume werfen. Von Bedeutung sind die Sammlung klassizistischer Skulpturen und eine der frühesten Sammlungen ägyptischer Kunst in Europa. Die Kunstkammer auf Schloss Friedenstein beherbergt ebenso zahlreiche Kuriositäten aus aller Welt. Im Westturm des Schlosses hat das Ekhof-Theater sein Domizil gefunden. Das Münzkabinett des Schlosses zählt zu den herausragenden Sammlungen in Deutschland. Mehr als 130.000 Objekte werden gezeigt. Im Schloss untergebracht sind ebenso das Thüringische Staatsarchiv Gotha und das Forschungszentrum der Universität Erfurt. Den Schlossbau umgibt eine der ersten im englischen Stil angelegten Parkanlagen Deutschlands.

Schloss Landsberg

Das Schloss Landsberg befindet sich in der Ortschaft Meiningen, im Süden Thüringens. Der heute als First-Class-Hotel genutzte Bau erhebt sich auf einem 378 Meter hohen Bergkegel, welcher das Werratal zwischen Walldorf und Meiningen überragt. Das Schloss Landsberg entstand auf den Überresten der im Bauernkrieg zerstörten Burg Landeswehre. Der Bau stammte aus dem 12. Jahrhundert und entstand am Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen nach Würzburg und Fulda. Das Schloss wurde in den Jahren 1836 bis 1840 errichtet und entstand nach dem Vorbild englischer Adelssitze.

Der neugotische Schlossbau besteht aus drei Teilen. Den eigentlichen Schlossbau überragen drei Türme. Zum Komplex von Schloss Landsberg zählen weiterhin das Torhaus und das Haus des Schlossverwalters. Der gesamte Schlossbau ist von einer zinnenbekrönten Mauer umgeben. Die unteren Räume und die Burgschänke betreten Besucher über eine breite Freitreppe. Der Haupteingang befindet sich an der Ostseite von Schloss Landsberg. Der Weg führt zunächst in die Waffenhalle und anschließend in den Rittersaal. Über eine Wendeltreppe gelangen Besucher zur Aussichtsplattform des Hauptturmes. Von hier bietet sich ein herrlicher Ausblick auf das Werratal und die Rhön. Das heutige 4-Sterne-Hotel wurde im Jahre 1978 eröffnet. Es stehen 13 Doppelzimmer und sieben Suiten zur Wahl. Weiterhin befinden sich auf dem Schlossgelände zwei Restaurants.

Pumpspeicherwerk Goldisthal

Das Pumpspeicherwerk Goldisthal ist das größte deutsche Wasserkraftwerk. Die Anlage befindet sich am Oberlauf der Schwarza, zwischen Scheibe-Alsbach und Goldisthal. Bereits 1965 dachte die DDR über den Bau eines Pumpspeicherwerkes an besagtem Standort nach. Erste Maßnahmen zur Bauvorbereitung wurden zehn Jahre später durchgeführt. Geldmangel verhinderte Anfang der 1980-er Jahre die Realisierung des Projektes. Nach der Wiedervereinigung wurde der Bau der Anlage auf seine Wirtschaftlichkeit hin geprüft. Das Ergebnis fiel positiv aus. 1995 wurde die Errichtung des Pumpspeicherwerks Goldisthal EU-weit ausgeschrieben. Zwei Jahre später begannen die Bauarbeiten.

Im September 2003 wurde das Pumpspeicherwerk Goldisthal offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die Anlage besteht aus einem künstlich angelegten Oberbecken, welches 12 Millionen Kubikmeter Wasser fasst. Diese Wassermenge lastet die Turbinen für acht Stunden voll aus. Insgesamt sind vier Pumpturbinen im Einsatz. Die sowohl variabel, als auch mit konstanter Drehzahl arbeitenden Pumpturbinen stellen europaweit eine Seltenheit dar. Um das Pumpspeicherwerk Goldisthal verlaufen zahlreiche Wanderwege. Direkt am Kraftwerk können Ausflügler ein Besucherinformationszentrum besuchen und von den Aussichtsplattformen sich einen ersten Eindruck von der Weitläufigkeit der Anlage verschaffen. Führungen sind sehr beliebt und nur auf langfristige Voranmeldung hin durchführbar. Die beiden künstlichen Seen am Pumpspeicherwerk dürfen aus Sicherheitsgründen nicht wassersportlich genutzt werden.