
Das über 650 Jahre alte Fischerdorf Greetsiel gehört zur Gemeinde Krummhörn im Landkreis Aurich. Es liegt an der Leybucht – der letzten verbliebenen großen Bucht an der ostfriesischen Westküste – und grenzt direkt an den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Der Ort ist für seinen strikt erhaltenen historischen Kern und die aktiv betriebene Fischerei bekannt.
Im Zentrum von Greetsiel liegt der Fischereihafen, in dem die größte Kutterflotte Ostfrieslands beheimatet ist. Die rund 25 hier liegenden Kutter fischen primär „Granat“ (Nordseekrabben). Seit 1991 ist der Hafen durch den Bau der Schleuse Leysiel vom offenen Wattenmeer getrennt. Das bedeutet, dass die Boote gezeitenunabhängig im Hafenbecken liegen und dieses bei Ebbe nicht mehr trockenfällt.
Am Ortseingang stehen die Greetsieler Zwillingsmühlen, zwei zweistöckige Galerieholländer. Die rote, östliche Mühle ist nach wie vor in Betrieb und mahlt täglich Getreide. Im dazugehörigen Mühlenladen können frisches Brot und regionale Erzeugnisse gekauft werden. Die grüne, westliche Mühle wird heute anderweitig genutzt und beherbergt eine Teestube sowie regelmäßige Kunstausstellungen.
Etwa drei Kilometer südwestlich von Greetsiel direkt auf dem Nordseedeich steht der Pilsumer Leuchtturm. Der eiserne Turm misst nur elf Meter, ist aber durch seine markante rot-gelbe Ringel-Lackierung eines der bekanntesten Wahrzeichen Ostfrieslands. Bundesweite Bekanntheit erlangte der Turm zudem als Kulisse in den Filmen des Komikers Otto Waalkes. Von Greetsiel aus ist der Leuchtturm über den befestigten Deichradweg sehr gut erreichbar.
Das Zentrum von Greetsiel steht weitgehend unter Denkmalschutz. Die Gassen werden von klassischen, bis zu 300 Jahre alten Giebelhäusern mit roter Backsteinfassade geprägt. Ein markantes Gebäude ist das „Hohe Haus“ in der Hohen Straße: Das zweistöckige Fachwerk- und Ziegelgebäude aus dem Jahr 1696 diente einst als Sitz des fürstlichen Rentmeisters und prägt die Straßenführung im historischen Kern maßgeblich.
Die Restaurants und Cafés in Greetsiel konzentrieren sich auf den Bereich rund um den Hafen, den Marktplatz und die historischen Gassen. Die ostfriesische Küche dominiert hier die Speisekarten. Notieren Sie sich folgende Adressen:

Die Unterkünfte in Greetsiel lassen sich klar in zwei Zonen unterteilen: Im verkehrsberuhigten, historischen Ortskern (rund um Hafen, Markt und Hohe Straße) befinden sich vorwiegend Ferienwohnungen in kernsanierten, denkmalgeschützten Giebelhäusern. Hier dürfen Autos oft nur zum Be- und Entladen abgestellt werden. Außerhalb dieses Zentrums, beispielsweise in den Straßen entlang des Greetsieler Sieltiefs, stehen klassische Einfamilien- und Doppelhäuser mit eigenen Gärten und Stellplätzen zur Verfügung, die besonders für größere Gruppen und Familien konzipiert sind.
Greetsiel selbst liegt an der Leybucht und verfügt über keinen eigenen Sandstrand am offenen Meer, bietet dafür aber spezifische Ausflugsziele in unmittelbarer Nähe.
Tipp für Familien: Etwa 10 Kilometer südlich liegt der Trockenstrand Upleward. Dieser 9.000 Quadratmeter große Sandbereich liegt direkt hinter dem Deich und ist mit einem Holz-Piratenschiff und Beachsoccer-Feldern ausgestattet – ideal zum Buddeln ohne Tidenhub. Bei Regen bietet das „Lükko Leuchtturm Kinderhaus“ direkt in Greetsiel ein zuverlässiges Indoor-Programm mit Puppentheater und Werkstätten.
Die gut ausgebauten Wasserwege und flachen Radstrecken der Krummhörn eignen sich sehr gut für ruhige Tagesausflüge zu zweit.
Tipp für Paare: Vom Hafen in Greetsiel starten Ausflugsboote, die durch die Leysiel-Schleuse hindurchfahren und die Tierwelt des Wattenmeers vom Wasser aus präsentieren. Für eine Radtour entlang der Warfendörfer ist der Leuchtturm Campen (ca. 14 km entfernt) ein gutes Ziel: Mit 65 Metern ist er der höchste Leuchtturm Deutschlands und lässt sich über 308 Stufen besteigen.
Da in der gesamten Krummhörn kein klassischer Badestrand existiert, gibt es auch keine offiziellen Hundestrände am Wasser. Dennoch sind viele Ferienhäuser auf Hunde ausgerichtet.
Tipp für Hundehalter: Spaziergänge führen vorrangig über die geteerten Wege auf und hinter den Deichen (etwa in Richtung Pilsum). Zu beachten ist: Da das Deichvorland zum Nationalpark Wattenmeer gehört und die Deiche durch freilaufende Schafe befestigt werden, herrscht in Greetsiel und der gesamten Krummhörn außerhalb von eingezäunten Privatgrundstücken absolute Leinenpflicht für Hunde.
Für die Anreise mit dem Pkw aus dem Süden oder Osten führt die Strecke regulär über die Autobahn A31. Nehmen Sie die Abfahrt Pewsum/Greetsiel in Emden und folgen Sie anschließend der gut beschilderten Landstraße (L4) in Richtung Nordwesten durch die Krummhörn. Der historische Ortskern von Greetsiel ist weitgehend für den Durchgangsverkehr gesperrt; gängige Lösung ist die Nutzung der großen öffentlichen Sammelparkplätze am Ortseingang (nahe der Zwillingsmühlen), sofern das gebuchte Ferienhaus keinen eigenen Stellplatz ausweist.
Mit der Bahn reisen Sie bis zum Hauptbahnhof Emden (IC-Anbindung). Direkt am Bahnhofsvorplatz startet der regionale Busverkehr. In der Regel fährt die Buslinie 421 (oft auch als Schnellbus ausgewiesen) die Gäste in etwa 40 Minuten direkt bis in das Zentrum von Greetsiel.