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Nordstrand Sehenswürdigkeiten

Lernen Sie die Sehenswürdigkeiten von Nordstrand kennen. Eine Auswahl haben wir für Sie an diese Stelle aufgelistet. Sie finden auf Nordstrand historische Gebäude, wunderschöne Natur, Museen, Ausstellungen und einiges mehr.

Nordstrands Highlights

Rungholt und die Hallig Südfall

Untergegangene Städte faszinieren uns bis heute. Vor Nordstrand liegt im Watt das Hafenstädtchen Rungholt, das bei der Sturmflut 1362 unterging. Es war ein bedeutender Handelsort auf Strand, einer damals noch mit dem Festland verbundenen Marschfläche, die bei den Sturmfluten 1362 und 1634 unterging und die nur die Inseln Nordstrand, Pellworm und die Halligen Südfall und Nordstrandischmoor überstanden. Rungholt versank in den Fluten, als 1364 das Wasser 2,40 m über die damals übliche Deichhöhe stieg. Lange Zeit war die Stadt nur ein Mythos, tauchte auf Karten auf oder wurde in Chroniken erwähnt, die erst nach dem Untergang gefertigt wurden. Daher galt Rungholt auch als das nordfriesische Atlantis. Im 19. Jh. tauchten die ersten Spuren der Stadt wieder aus dem Watt auf unweit der Hallig Südfall. Die 0,5 km² große Hallig liegt zwischen Pellworm und Nordstrand ca. 7 km von Nordstrand entfernt. Auf der Hallig befindet sich eine Warft, die nur im Sommer bewohnt ist. Die Hallig steht unter Naturschutz und ist ein wichtiges Vogelbrut- und Rastgebiet. In der Salzwiesenlandschaft rasten Tausende von Vögeln wie Küstenschwalben, Sandregenpfeifer, Lachmöwen oder Austernfischer, Besucher haben daher nur im Rahmen genehmigter Führungen Zutritt. Zu Fuß dauert der Ausflug 4 bis 5 Stunden, wem das zu anstrengend ist, kann auch mit einem Pferdewagen über das Watt nach Südfall fahren. Das Watt ist verändert sich ständig, die Spuren von Rungholt tauchen auf und verschwinden wieder. Auch die Hallig Südfall wird vom Wattstrom Fallstief langsam abgetragen.


Beltringharder Koog
Beltringharder Koog
© Arne List / flickr [CC BY-SA 2.0]
Sonnenuntergang auf Nordstrand
Sonnenuntergang auf Nordstrand
© Silke Zwingmann-Prell / Travanto

Die Naturwunder Nordstrands

Die Salzwiesen

Über 10.000 Hektar Salzwiesen befinden sich vor den Deichen Nordstrands, Schleswig-Holsteins und bei den Halligen. In dem Bereich zwischen Meer und Land entstehen in den gemäßigten Breiten die Salzwiesen, in den Tropen und Subtropen die Mangrovenwälder. Salzwiesen sind in Europa selten gewordene Biotope mit einer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt. Sie dienen über 50 Vogelarten als Brut- und Rastplatz. Für die Küstenvögel sind die Salzwiesen eines der Hauptbrutgebiete, jährlich werden über 100.000 Brutpaare gezählt. Über 2000 Insektenarten finden hier Ihren Lebensraum, über 800 Pflanzenarten sind endemisch, d.h. sie kommen nur hier vor. Sommerbesucher erleben in den Salzwiesen ein buntes Blütenmeer. Die Salzwiesen liegen zwar über der Hochwasserlinie, werden jedoch im Winterhalbjahr und bei Sturm vom Meer überflutet. Daher überleben hier nur Spezialisten, die sich mit unterschiedlichen Überlebensstrategien an den Lebensraum angepasst haben. Salzwiesen dürfen nur auf ausgewiesenen Wegen betreten werden, auf Nordstrand gibt es besonders breite und zugängliche Bereiche. Das Silo am Süderhafen bietet in Zusammenarbeit mit der Schutzstation Wattenmeer regelmäßige Führungen an, bei denen den Besuchern die Überlebenstricks der Pflanzen und Tiere, die hier leben, verraten werden. Ziehen Sie also wetterfeste Kleidung und feste Schuhe an, machen Sie sich auf den Weg und lernen Sie die Überlebenskünstler kennen.

Die Seehundbänke

Das Watt ist ein ganz besonderer Lebensraum, in dem viele seltene Tier- und Pflanzenarten leben. Als Wattenmeer bezeichnet man das Gebiet des Meeresbodens, das unter dem Einfluss der Gezeiten steht. Der Meeresboden fällt hier bei Ebbe trocken. Ein ganz besonderer Lebensraum mit ganz besonderen Lebewesen, der sogar zum UNESCO ernannt wurde. Hier finden auch Seehunde und Kegelrobben geschützte Stellen, wo sie artgerecht leben können. Bei Ebbe werden Sandflächen freigelegt, auf denen die Seehunde gerne ruhen. Das Interesse der Besucher an den Tieren ist natürlich groß, daher werden Ausflüge zu den Seehundbänken angeboten. Ab dem Hafen Strucklahnungshörn laufen von April bis Oktober regelmäßig Ausflugsschiffe aus. Um die Tiere nicht zu stören, werden nur Bänke angelaufen, die keine Aufzuchtbänke sind, es wird ein Mindestabstand von 500 m eingehalten, die Schiffe passieren die Stellen mit gleichmäßig laufenden oder sogar ausgeschalteten Motoren und auf dem Schiff werden keine Lautsprecherdurchsagen gemacht. Die Abfahrtszeiten variieren, da die Bänke nur bei Ebbe freiliegen. Packen Sie ein Fernglas ein und beobachten Sie die Tiere in der freien Natur.

Beltringharder Koog

Der Beltringharder Koog ist ein seit 1987 eingedeichtes Gebiet im Bereich der Nordstrander Bucht. Durch die Eindeichung wurde Nordstrand praktisch zur Halbinsel. Auf einer Fläche von 3.350 ha entstand das größte Naturschutzgebiet Schleswig Holsteins mit 1040 ha Sukzessionsflächen mit großen Schilf- und Weidendickichten, 860 ha Salzwasserlagune, 590 ha Speicherbecken und zwei großen Seen sowie 400 ha Feuchtgrünland. Der Koog ist ein sehr wichtiges Rast-, Brut- und Nahrungsgebiet für viele Watvögel, See-, Schilf- und Wiesenvögel, Enten und Gänse. In der Lagune befinden sich wichtige Brutkolonien der seltenen Seeschwalben, Säbelschnäbler und Regenpfeifer. Alle Tierarten des Wattenmeeres kommen hier vor, sogar Seehunde kommen über die Siele ins Gebiet. Das Feuchtgrünland ist eine Nahrungsfläche für Nonnengänse und Pfeifenten, die im Frühjahr und Herbst zu 10.000 das Gebiet bevölkern. Viele Amphibien und amphibische Pflanzen fühlen sich hier wohl. Auch ein eingewanderter Amerikaner, der Bisam, ist hier heimisch, im Herbst und Winter fallen die Bisamburgen besonders auf. Eine extensive Bewirtschaftung der Flächen ist nur begrenzt erlaubt, der südliche Teil des Koogs darf überhaupt nicht betreten werden. Der Beltringharder Koog ist ein Paradies für Naturfreunde, die Naturschutzstation Holmer Siel bietet ein umfangreiches Programm für Besucher mit Führungen und zahlreichen Veranstaltungen.



Kirchen auf Nordstrand

St. Vinzenz-Kirche

Von den 22 Kirchen auf Strand überstanden nur drei die furchtbare Flut von 1634. Zwei Gotteshäuser auf Pellworm und die St.Vinzenz-Kirche als einzige Kirche auf Nordstrand. Die Kirche wurde im 13. Jh. auf einer Warft errichtet. Im 19. Jh. wurde das Backsteinmauerwerk durch ein Blendmauerwerk komplett verdeckt und der achteckige Dachreiter gebaut. Innen finden sich nur noch vereinzelt Elemente aus der Zeit vor der Flut, z.B. ein Kruzifix gegenüber der Empore von ca. 1400 oder die Kanzel von 1605. Ansonsten stammt die gotische und barocke Inneneinrichtung aus dem 18. Jh. Mit ihrem langen, schmalen Innenraum, den blauen Bänken und der langen, bunt bemalten Empore besitzt die St. Vinzenz-Kirche einen ganz besonderen Charakter. In der Kirche befindet sich ein sehr eindrucksvoller, spätgotischer, dreiflügeliger Schnitzaltar, der eine sehr realistische und dynamische Kreuzigungsszene darstellt. Besonders anschaulich ist ein Streit der Kriegsknechte um den Rock Christi dargestellt, die Seitenflügel zeigen Apostel, Bischöfe und Heilige.

St. Theresia-Kirche

Die Kirche St. Theresia auf Nordstrand wurde 1662 erbaut. 20 Jahre nach der verheerenden Burchardiflut von 1634 kamen niederländische, katholische Deichbauer nach Nordstrand, um die Insel wieder einzudeichen. Die Gegend war evangelisch-lutherisch, die Deichbauer erhielten jedoch für ihren Glauben Religionsfreiheit und bauten die St. Theresia Kirche. Da die Kirche im 19. Jahrhundert zunehmend baufällig wurde, errichteten die Insulaner auf ihren Grundmauern einen Neubau, der im Jahr 1887 fertig gestellt wurde. Die St. Theresia-Kirche beinhaltet einen Dom-Schatz und Dom-Reliquien. Das Kreuz außen über dem Vorraum zur Kirche steht dort schon seit 1662. In der Kirche zieht die Apsis mit dem Sternenhimmel die Menschen immer wieder in ihren Bann. Grabplatten mit interessanten Inschriften, die älteste aus dem Jahr 1663, erinnern an Gemeindemitglieder aus dieser Zeit. Viele kleine Einzelheiten wie zum Beispiel ein Pelikan oder eine geheimnisvolle Truhe warten auf den Besucher, der mit offenen Augen den Inseldom betritt.

St. Knud-Kirche

Obwohl die Halbinsel Nordstrand nicht besonders groß ist, gibt es hier drei Religionsgemeinschaften, von denen jede eine eigene Kirche hat. Die römisch-katholische St. Knud-Kirche, wurde im Jahr 1866 eingeweiht, nachdem ein langer Streit um die Daseinsberechtigung eines Gotteshauses für die Alt-Katholiken beigelegt werden konnte. So trug es sich zu: Im Jahr 1740 spaltete sich die katholische Gemeinde im Streit um den Jansenismus. Die Spaltung ging von den Niederlanden aus, der Utrechter Bischof wurde mit seinem Domkapitel von Rom getrennt, da sich die Janseministen gegen die Bevormundung durch den Papst stellten und die einzelnen Ortsgemeinden stärken wollten. Auf Nordstrand behielten die Jansenisten (Alt-Katholiken) die St. Theresien Kirche, die papsttreuen Katholiken feierten jahrelang ihre Gottesdienste in einer Hauskapelle. Erst im Jahr 1807 erhielt die Hauskapelle den Status einer Pfarrkirche. Eine eigene Kirche konnte von der jansenitischen Gemeinde jedoch erst ab 1863 gebaut werden, nachdem die volle Religionsfreiheit in Schleswig-Holstein eingeführt wurde. Nach dreijähriger Bauzeit wurde die Nordstränder Kirche fertig gestellt.



Die Häfen Nordstrands

Süderhafen

Der Süderhafen ist ein sehr ruhiger Hafen im Süden der Halbinsel Nordstrand mit mehr als 60 Liegeplätzen für Segelboote bis 10 Meter Länge. Es handelt sich um einen Prielhafen, einige Stellen fallen bei Ebbe trocken. Am Hafen befinden sich einige Einkaufmöglichkeiten, hungrige Gäste finden hier von der Imbissbude bis zum Restaurant, was das Herz gerade begehrt und können Leckereien aus dem Meer oder vom Lamm probieren. Etwas weiter steht die "Engel Mühle", die heute ein Café beherbergt. Der Süderhafen ist ein idealer Ausgangsort für individuelle oder geführte Wanderungen in die Salzwiesen in der Umgebung, wo Sie die einzigartige Flora und Fauna erleben können. Das Silo am Süderhafen bietet regelmäßig Führungen durch die Salzwiesen an.

Hafen Strucklahnungshörn

Der Hafen Strucklahnungshörn ist ein kleiner, tideunabhängiger Hafen im Nordwesten von Nordstrand. Vom Hafen Strucklahnungshörn legt alle zwei Stunden die Autofähre nach Pellworm ab, Schnellboote verbinden Nordstrand mit den Inseln Pellworm, Hooge, Amrum und Sylt, hier stechen auch die Ausflugsschiffe der "Adler"-Schiffflotte in See und befahren die gesamte Insel- und Halligwelt vor der deutschen Nordseeküste. Zudem ist auf Strucklahnungshörn der Seenot-Rettungskreuzer "Eiswette" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert, zahlreiche Krabbenkutter haben hier ihren Heimathafen und das Postschiff nach Nordstrandischmoor legt hier ab. Eine interessante Besonderheit hier: die Postzustellung auf die Hallig ist tideabhängig, wie es auf dem Briefkasten der Hallig als Zeitangabe angegeben ist. Bei so vielen Schiffen herrscht hier jeden Tag ein reges Treiben, das man beobachten kann. Ein kleiner Tipp für Krabbenliebhaber - morgens kann man frische Krabben direkt von den Fischern erwerben.